The Nobodies.

Schlagwörter

, , ,

Ich hab grad einen merkwürdigen Artikel gelesen. Er ist zwar schon von 2013, aber trotzdem leider nicht weniger aktuell. In dem Beitrag geht es um eine fertige Germanistik-Studentin, die bei einem so genannten ‚Bewerbungshelfer‘, der kolumnenartig den Doktor Sommer für überforderte Absolventen spielt, Rat sucht, wie es für sie beruflich weiter gehen könnte. Die Antwort dieses ‚Bewerbungshelfers‘ fällt so aus, wie ich es mir auch schon einige Male von anderen Menschen als Tipps für mein Leben anhören konnte. Überhaupt fühle ich mich als frisch fertig Gewordene wie eine Langzeitsarbeitslose, die schwer vermittelbar ist oder die letzten Jahre im Knast gesessen hat. Vielleicht muss ich mich deshalb hier grad immer wieder korrigieren, um nicht ‚Bewährungshelfer‘ zu schreiben… Der Tenor der Antwort dieses Beraters oder als was auch immer er sich sieht, schreit einen mit seiner herablassenden Art geradezu ins Gesicht, dass man unnütz ist und, wenn man ’so weiter macht‘, auch niemals als nützlich angesehen werden wird. Die Kommentare unterhalb des Artikels sind in einer Vielzahl meiner Meinung, was die teils menschenverachtende Haltung des Schreibers angeht. Das beruhigt mich. Allein der Titel des Beitrags ist genau das, wie manche Leute, die sich in völlig anderen Berufsfeldern bewegen, mir entgegen treten. Such dir mal einen Erwachsenenjob. Ach so! Sowas, wie du machst? Den ganzen Tag irgendwas tun, Lebenszeit gegen Geld tauschen, schlafen gehen, aufstehen, weiter machen. Bis Wochenende ist. Montag wieder dasselbe. Hoffen, dass bald der Urlaub ansteht. Und vor allem Leuten wie mir erzählen, wie schwer sie es haben, all diese Stunden des Tages in diesem Job arbeiten zu müssen/zu arbeiten. Jährlich grüßt nicht nur das Murmeltier. Das ist also so ein…Erwachsenenjob? Dann aber am Samstag Sportschau gucken und Menschen anfeuern, die das große Glück hatten, mit über den Rasen laufen und gegen einen Ball treten Geld verdienen zu können? Quasi das Hobby zum Beruf machen. Haben die auch einen Erwachsenenjob? Die sind cool, ne? Weil die manchmal bei Interviews keinen geraden Satz sprechen können. Aber da kann man auch mal ins Stadion und grölen und mal wieder so richtig heulen, während man zu Hause der Erwachsene ist.

Ich kenne da so einige Leute, die mir regelmäßig erzählen müssen, dass sie immerhin 8-9 Stunden gearbeitet haben und was ich denn in der Zeit getan hätte? Es ist auffällig, wie unzufrieden der Großteil von denen ist und dass sie sich darüber definieren, wie schwer sie es haben und dass das aber eben das Leben ist. Klar, ich beschwer mich auch. Oft. Und sicher nicht immer zu Recht. Aber die Frage ist erneut: Wieso ist es so unerträglich für einige Menschen, dass andere Leute auf ihre tatsächlichen Bedürfnisse hören möchten, um dieses eine Leben möglichst optimal für sich zu nutzen? Dass es Durststrecken gibt, dass man auch mal Dinge tun muss, die nicht die erste Wahl sind – habe ich auch schon gehabt, habe ich auch schon gemacht. Toiletten und Hintern putzen für lau? Been there. Done it. Mich nervt dieses Aufrechnen, wer es schlimmer im Leben getroffen hat. Dieses sich sonnen in der eigenen Unzufriedenheit und der vermeintlichen Unfähigkeit, diesen Zustand ändern zu können oder ändern zu wollen. Es fällt mir durchaus auch schwer, in einigen Situationen positiv zu sein oder das Schöne sehen zu wollen. Meist relativiert man dann seinen eigentlichen Zustand vor Anderen, weil man niemanden belasten will und es sich manchmal sicherlich auch übertrieben anhört, was einem so für Gedanken durch den Kopf geistern. I’m sinking in the quicksand of my thoughts. Das an sich finde ich nicht wirklich schlimm, weil es irgendwie menschlich ist, dass man nicht möchte, dass es Anderen wegen einem selbst nun auch schlecht geht. Zum Glück habe ich aber eine Menge guter Menschen um mich herum, die sich meine Gedanken dann doch anhören, ohne mich zu werten. Im Gegenzug versuche ich, ihre Zuwendung nicht auszureizen und vor allem nicht für selbstverständlich zu nehmen. Es gibt allerdings auch einige, die diese Unzufriedenheit als Masche entwickelt haben.  Die sich eine Kuhle aus Unzufriedenheit gegraben haben und sich darin suhlen, wann immer es ihnen einen zwischenmenschlichen Vorteil bringt.

Die gesellschaftliche Grundhaltung werde ich nicht ändern können und ich habe manchmal das Gefühl, wirklich ohnmächtig zu sein, in Bezug auf meine Existenzberechtigung und meine Zukunftsplanung. Aber trotzdem weiß ich, dass es viele da draußen gibt, denen es wie mir geht und die sich auch für ein Studium in Quatsch entschieden haben und die nicht umschulen müssen auf Banker oder Jurist. Was zudem oft vergessen wird: Was ist, wenn wirklich jeder nur noch wirtschaftlich effiziente Arbeit leistet? Ist das dann das Ideal? Haben wir es dann geschafft? Dann würde sich vermutlich keiner mehr unbedingt darüber beschweren, dass ich zu viele Bücher habe, die beim Umzug zu zu vielen Kartons führen. Klingt nach einem Filmplot für Halloween. Und ich verweigere mich so einem Szenario mit meinem ganzen krüppeligen Schöngeistherz.

Meine two Cents für heute wieder. Übernommen vom Jobcenter.

 

screen-shot-2016-02-09-at-1-07-10-am

(Das ganze Buch ‚Adulthood is a Myth‘ von Sarah Andersen habe ich neulich von meinem großartigsten Freund bekommen. Ich glaube, Sarah ist heimlich mit mir verwandt…kauft es!)

 

Geld oder Leben?

Schlagwörter

, , , , ,

Buah, es ist schon wieder Juli. Wann ist das denn passiert?! Vor drei Jahren hab ich das Ding hier gestartet und bin seitdem immer fauler geworden. Auch vom Körpergeruch her, glaube ich.

Die Jobsuche ist angebrochen. Damit hätte bei mir wohl niemand mehr wirklich gerechnet, am allerwenigsten ich selbst. Aufgrund dieser neuen Lebenssituation habe ich erneut begonnen, mich mit dem Thema Arbeit zu beschäftigen. Die meisten von euch wissen wohl, dass ich eine originale Nichtskönnerin bin, im Deckmantel von sowas wie einer ‚Kultur’wissenschaftlerin. Viele Gespräche mit verschiedenen Leuten, insbesondere meinem Bruder, haben mich bereits diverse Male dazu inspiriert, darüber schreiben zu wollen. Irgendwas kam dann aber immer dazwischen oder der Knutschfleck der Muse war zu einer hässlichen Narbe verblasst, die nicht mal mehr weh tat, um mich daran zu erinnern, dass ich ja noch schreiben wollte. Dann sangen mir ab und zu Peter Gabriel und Kate Bush vor, die sich gegenseitig Mut machen und trotzdem geliebt werden, selbst, wenn sie arbeitslos sind. Ich finde es hier sehr spannend, dass ein Lied über Arbeitslosigkeit und die Angst vor dem sozialen Abstieg so populär geworden ist. (Eigentlich wird das im normalen Radio ja eher nicht so thematisiert – aber auf NDR2 läuft auch ‚The bad touch’….was immer das in diesem Zusammenhang heißen möge. ) ‚Don’t give up!‘ kann sich ja erstmal auf alles Mögliche beziehen und lange Zeit habe ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht, worum es in dem Lied überhaupt geht…Ein Grund mehr, sich diesem Thema zu widmen und die eigene Nutzlosigkeit zu ergründen.

In der Theorie habe ich zwei Universitätsabschlüsse, auf die ich mir übrigens rein gar nichts einbilde. Genauso wenig tun das allerdings auch Arbeitgeber. Das Thema ‚Kultur‘ ist bei den meisten Jobsuchmaschinen nicht einmal ein Kriterium. Vor ner Weile musste ich leider auch lesen, dass in einigen Teilen der Welt bereits kultur-/geisteswissenschaftliche Fakultäten zugunsten von wirtschaftlich-effizient ausgerichteten Studiengängen weichen. Es ergibt Sinn, dass Leute mich fragen, was ich denn erwarte, wenn ich doch nicht mal selbst genau weiß, was ich damit machen will. Dann komme ich mir noch nutzloser vor. Am häufigsten merke ich diese Nutzlosigkeit, wenn man feststellt, dass man im Prinzip statt eines Studiums – oder zwei – sein Leben lang Praktika (unentgeltlich natürlich!) hätte machen müssen. Ohne Berufserfahrung ist man vollkommen wertlos auf dem Arbeitsmarkt. Prima! Ich habe quasi ein Drittel des Lebens rum und nichts geschafft. Außer diversen wirklich guten Büchern, Filmen und Videospielen…(Bei Marioland 1 kenne ich jeden (!!!) Geheimgang und Cheat! – vielleicht war doch nicht alles umsonst..Tatsächlich hatte ich schon überlegt, ‚Adventurespiele spielen‘ als meine Softskills im Lebenslauf anzugeben, weil ich echt gut darin bin, kreative Lösungen zu entwickeln und außerdem unter Druck sehr gut arbeiten kann, wie Level 18 bei Tetris beweist! Memo an mich selbst: Arbeitszeugnisse ausstellen!)

Des Weiteren motiviert es enorm, wenn man nach Redaktionsvolontariaten schaut und die dort manchmal Menschen suchen, die ein journalismusnahes Studium gemacht haben, aber bitte gleichzeitig noch Informatik, weil das hier doch eine Zeitschrift ist, die Leute braucht, die schreiben und Monkey Island programmieren können. Und das beides aber bitte mit exzellentem Universitätsabschluss, einschlägigen Praktika und fünf Jahren Berufserfahrung. Nicht zu vergessen: Exzellente Sprachkenntnisse im Deutschen. Während oftmals niemand über deren Anzeigen drüber schaut und denen sagt, dass vor ’sowie‘ kein Komma kommt und all diese gängigen Späße, die mein Dasein als Grammarnazi berechtigen. Sicherlich mache ich hier auch meine Fehler, vor allem flüchtige. Und oft korrigiere ich gefühlte tausend Mal meine Beiträge, weil mir immer noch irgendwo was auffällt oder nicht gefällt. Ganz am Anfang hatte ich Schiss, dass meine Abonnenten mir böse Mails schreiben, weil ich dachte, dass ihr jedes Mal eine Benachrichtigung bekommt, wenn der Text aktualisiert wurde..

Wie dem auch sei. Ein weiterer Aspekt zum Thema Arbeit ist sicherlich die Zufriedenheit. Mit meinem Bruder habe ich oft und tiefgreifend darüber diskutiert, ob es sinnvoll ist, ein ‚Recht auf Arbeit‘ haben zu dürfen. Es gruselt mich, wenn ich morgens mit Herzrasen aufwache, weil ich das Gefühl habe, ich MUSS produktiv sein. Wenn ich nicht produktiv bin, werde ich bewertet. Meist negativ…Hier ist sicherlich der Mindestlohn interessant. Ich weiß allerdings noch nicht genau, wie ich dazu stehe. Ich bin total schlecht im Umgang mit gesellschaftlichen Theorien und Mechanismen, entschuldigt daher hier meine absolut fehlende Expertise. Mein Bruder hat nach einiger Zeit der Nebenjobtätigkeit bei einem großen Medienkaufhaus (was für ein schönes altes Wort! Kaufhaus!) aus erster Hand festgestellt, dass besorgtes Bürgertum häufig mit persönlicher Unzufriedenheit einher geht. Menschen, die sich um ihr eigenes Leben permanent betrogen fühlen, haben offenbar irgendwie weniger Probleme damit, noch weiter nach unten zu treten, um sich teilweise aus der Verantwortung für ihre Entscheidungen zu ziehen. Sicherlich sind nicht alle Entscheidungen vollkommen selbstverschuldet. Ich schwanke immer noch zwischen ‚jeder ist für sich selbst verantwortlich‘ und ‚würde ich ja tun, wenn mir endlich mal jemand ne Chance gäbe!‘ (Fun Fact: Dieses Blog ist tatsächlich daraus entstanden, dass mein Bruder 2013 meinte: ‚Dann bastel dir doch selbst deine Chance! Schreib oder zeig der Welt anderweitig, was du kannst und wer du bist! – Happy Ending noch ausstehend!). Es ist allerdings schlichtweg falsch, Verschwörungstheorien zu spinnen und Leuten die Schuld am eigenen Leben zu geben, die selbst nicht viel haben oder gerade aus noch problematischeren Verhältnissen entkommen sind. Klar, es schweißt zusammen, man hat einen gemeinsamen Feind. Aber lieber schiebt man die Verantwortung ab, als dass man den Hintern zusammen kneift und zur Chefin geht und mitteilt, dass die Arbeitsverhältnisse auf diversen Ebenen eine Katastrophe sind. Die Angst, danach mit noch weniger da zu stehen, steckt einem nicht nur im Nacken. Das verstehe ich. Da ich aber der Meinung bin: Ich hab nur dieses eine Leben! muss man entweder dazu stehen, dass es nicht besser wird oder man geht Risiken ein. Und auch da kenne ich das Versumpfen im dunklen Loch, das Gefühl, dass man am Ende doch irgendwie nichts ändern kann. Oder es schlimmer wird.

Übrigens finde ich diese Leute schrecklich, die in der Fußgängerzone sitzen, mit ’nem Hund und die Menschen anbetteln, die sie eigentlich verachten, weil sie Teil des Systems sind. Ich meine, sie dürfen das gerne so tun, wenn das ihre Vorstellung von Leben ist. Aber konsequent ist es irgendwie nicht, oder? Man könnte nun fragen, ob ich neidisch bin, weil die quasi ohne wirklich was zu tun, den ganzen Tag rumhängen dürfen und Sangria aus dem Tetrapak trinken. Weil es vielleicht eine gewisse Form von Freiheit birgt. Ehrlich gesagt, denke ich das nicht. Jeder definiert Freiheit anders und es kommt mir so vor, dass das nicht meine Form davon ist. Oft erwische ich allerdings mich selbst bei dem Gedanken, Menschen abzuwerten, weil sie sich offenbar nicht genug anstrengen, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es eigentlich gerne wollen. Gestalten so Leute wie Punks ihr Leben so, wie sie es wollen? Man macht wohl immer irgendwo Abstriche. Hm… Für mich stellt sich die Frage, ob das wirklich so leicht geht mit der Selbstbestimmung. Am Ende ist man wohl so verzweifelt, dass man als junge Frau mit Studienabschluss jeglichen Job annehmen muss, damit man das Gefühl hat, wieder ein vollwertiger Teil der Gesellschaft sein zu dürfen. Ich will nicht produktiv sein MÜSSEN, um akzeptiert zu werden und trotzdem unterliege ich selbst diesen Gedankenmustern..Das ist wieder alles ziemlich wirr, oder? Vielleicht hätte ich doch noch einmal auf die Muse und ihre Struktur-Skills warten sollen…Ist es erstrebenswert, einen Job zu haben, bei dem man sich 90% des Jahres darauf freut, endlich in den Urlaub fahren zu können? Ist es vermessen von mir, nach all der Tortur an den Unis, einen Job haben zu wollen, der zumindest halbwegs zu mir passt und von dem ich zumindest meine Miete und mehr als ein Mal die Woche Nudeln mit Ketchup essen kann? Und dann noch als unnütze ‚Kultur’wissenschaftlerin.

Eine Welt, in der Kultur irgendwann vielleicht keinen Platz mehr hat, macht mir wirklich Angst. Sogar mehr Angst als die Islamisierung des Abendlandes (und das ist ja quasi schon auf einer Stufe mit der Angst vor der Hölle!). Dass ich überhaupt Leuten erklären muss, wie wichtig Kultur ist und was sie so tut. Passiert leider oft genug, direkt und indirekt. Dann drohe ich wieder in Selbstmitleid zu versinken, weil ich schon auch weiß, dass ich Quatsch studiert habe. Aber naja, es ist halt, wie es ist. Wenn die Leute, die an meiner Uni in der Verwaltung sitzen, einen Job haben dürfen, dann sollte ich schon lange einen haben. Es ist so viel Inkompetenz da draußen. Wann bin ich endlich ausgebildet genug, um qualifiziert zu sein, einen angemessenen Job haben zu dürfen?

Ich denke, das soll für heute reichen. Endlich mal wieder was zu lesen, ne? Habt ihr bestimmt so richtig vermisst.

You gotta hang on to yourself! Vielleicht füge ich nachher oder so noch ein spannendes Bild hier rein. Michelle Obama soll übrigens ein Mann sein. The more you know! Ich schick das jetzt mal so ab.

 

he’s a blackstar.

Schlagwörter

, , , ,

~These are the days it never rains but it pours.~

oh no. don’t say it’s true.

Ich hatte immer Angst vor dieser Schlagzeile. Nun ist sie da. Es mag angesichts der aktuellen Geschehnisse, vor allem in Deutschland, zynisch wirken, dass ich ausgerechnet jetzt wieder schreibe. Aber Bowie war einer der Menschen, auch wenn wir uns nicht persönlich kannten, der mir dieses Leben trotz allem als lebenswert erscheinen ließ. Ich glaube nicht an Gott, aber eigentlich habe ich immer an die Menschheit geglaubt, weil ich wusste, sie konnte so wunderbare Wesen wie Bowie hervorbringen und geschehen lassen.

Sicher, er war nicht Mitte 20 und sein Schicksal ist nicht wie das eines Flüchtlings. Und ja, die humanitäre Katastrophe, die seit Jahren vor sich hin plätschert, macht mich mehr als fassungslos…aber ich für meinen Teil habe mal wieder einen Menschen verloren, der mich indirekt schon mein ganzes Leben begleitet und seit einigen Jahren massiv beeinflusst und mehr und mehr beeindruckt hat. Einer meiner Strohhalme.

Keine Ahnung, wer das hier liest und ob es überhaupt jemanden interessiert. Krebs ist ein Arschloch und spielt in einer Liga mit Nazis. Ich habe auch durchaus meine Meinungen zu den aktuellen Ereignissen, aber bevor ich nicht halbwegs stabil bin (ich weiß, davon rede ich seit Ewigkeiten, aber Zustände kann man nicht unbedingt erzwingen und ich spreche mich gegen ‚Nur glücklich sein führt zu einem erfüllten Leben‘ à la The Secret etc. aus – weil ich es für seelisch ungesund halte), werde ich mich da nicht zum Fraß vorwerfen (lassen). Was ich tatsächlich aktiv tue: Ich überdenke meine menschlichen Beziehungen beinahe minütlich. Differenzieren und Empathie sind nicht jedermanns Sache. Und ich hasse es, wie Themen instrumentalisiert werden. Von allen Seiten. Vielleicht entwickle ich mich doch noch zu Lady Stardust, um dieser Welt und ihrer Gewalt zu entkommen. Ich verstehe, wenn Leute sagen, dass der Tod eine Option ist. Und ich wünschte, ich könnte sagen: It’s just a phase. Aber irgendwie scheint es jeden Tag unwahrscheinlicher zu werden. Und jetzt ist auch noch Bowie tot.

Vermutlich bleibe ich in meinem Herzen aber doch diese hoffnungslos altmodische, naive Romantikerin, die glaubt, dass wir am Ende alle nur dasselbe wollen.

‚Cause love’s such an old-fashioned word.

Ich werde ihn vermissen. So wie ich sie vermisse. Ihre Stimme, ihre Worte, ihre menschliche Wärme. Die Tränen werden noch so manches Mal fließen.

Where are we now?

Ich wünschte, ich hätte ihn nur ein Mal live sehen können. Ein einziges Mal. Vor einigen Tagen hab ich noch gesagt, ich würde all mein Hab und Gut dafür ausgeben, um das tun zu können. Nicht ganz ernst gemeint. Wobei…Vielleicht doch.

Nothing has changed. Everything has changed.

Gänsehaut.

och

…du musst deinen Selbsthass nicht auf andere projizieren.

Schlagwörter

, , , , , ,

…ihr Lieben. Ich bin auf der Zielgeraden, habe meine Wohnung gekündigt und hoffe bald auf mehr Ruhe in meinem Kopf. Auch wenn bald der erste Todestag ist von der Person, die mir am meisten fehlt auf der Welt… Damit ihr auch hin und wieder doch noch an mich denkt und ich sowieso völlig überfordert bin mit dem, was aktuell in der Politik geschieht – in verschiedenen Bereichen und Ebenen -, teile ich mit euch einen Artikel, den ich bei einer lieben Freundin las (sie hat ihn allerdings nicht geschrieben) und der irgendwie ziemlich gut meine Haltung gegenüber zumindest dem einen großen Themenkomplex wiedergibt.

Check it out (klick!):

Nazis wie Untermenschen behandeln? Eher so mittelklug.

Kann sein, dass ihr eine andere Haltung dazu habt und natürlich seid ihr willkommen mit anderen oder auch mir darüber zu diskutieren, sofern es meine Zeit zulässt. Viel Spaß mit diesem sehr interessanten Artikel!

Auf ganz bald wieder – versprochen!

und während der Zeit der Abstinenz probiert doch mal das hier (klappt vielleicht auch mit Nazis oder anderen schwierigen Leuten – möglicherweise befriedigt man damit ihren Schrei nach Liebe UND ihr Ego🙂 das klingt doch ganz fantastisch, oder?)

hug!

Ch-ch-ch-changes.

Schlagwörter

, , ,

Ich weiß, es ist sehr lange her und der Großteil hier wird vermutlich gehofft oder gedacht haben, dass dieser Blog tot ist. Leider oder zum Glück ist dem nicht so. Es ist jedoch jemand gestorben. In meiner Familie. Und das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen, sodass ich auch immer noch und für lange Zeit das Gefühl haben werde, ich würde schweben. Bitte respektiert, dass ich hier nicht nach außen tragen werde, um wen es sich handelt. Es ist eine sehr nahestehende Person gewesen und es ist so surreal, dass ich nicht weiß, ob ich es je begreifen werde.

Trotzdem möchte ich mich entschuldigen für die lange Abwesenheit. In der Zwischenzeit ist so wahnsinnig viel passiert, in der Politik, in der Gesellschaft, auf der Welt und in meinem Leben, dass ich gar nicht so recht weiß, wo genau ich anfangen soll. Sicher, ich hab Themen im Kopf und ich hatte immer mal wieder Momente, in denen ich dachte ‚Alter, darüber muss ich eigentlich echt schreiben nachher!‘, es aber dann doch nicht getan habe. Menschen schickten mir Videolinks und Artikel über Feminismus und all so ein Zeug. Dazu muss ich sagen, dass ich in erster Linie nie ein feminismuskritischer Blog sein wollte oder mich als solcher fühle. Es ist ein Thema, das interessant ist, weil es enorm polarisiert. Es macht mich wütend, traurig oder amüsiert mich. Ich bin weder Feministin noch Antifeministin. Ich will einfach nur leben und andere leben lassen. Zumindest so weit, wie es niemandem schadet oder die Selbstbestimmung einschränkt. Zudem habe ich schmerzlich lernen müssen, wie unwichtig bestimmte Themen im Angesicht des Todes sind. Wie schnell ein Leben vorbei sein kann und wie banal letztendlich alles erscheint.

Mensch weg. Und jetzt? Alles, was dieser Person gehörte, scheint auf einmal keinerlei Bedeutung mehr zu haben. Die wurde den Dingen beinahe ausschließlich durch diese eine Person gegeben. Mag sein, dass ihr nun denkt: ‚So what, Saskia? Menschen sterben eben. Guck doch mal dort und in diesem Land da, was die Leute so erleben. Du hast doch die und jene Privilegien. Shit happens.‘ Ich durfte mir auch Äußerungen anhören wie ‚Ach, Saskia. Es ist nun ein halbes Jahr her. Reicht auch langsam mit dem Trauern!‘ Kann sein. Ist mir egal. Meine Probleme und Sorgen sind real für mich und niemand auf der Welt hat das Recht mir das abzusprechen. Durch solche Situationen lernt man auch, wer gut für einen ist und wer nicht. Mir ist klar, was auf der Welt geschieht. Ich nutze meine Empathie, wann immer es geht. Versuche mich in Menschen hinein zu versetzen, die sich auf eine gefährliche Reise aufmachen, allein in der Hoffnug den Traumata und dem Tod zu Hause zu entkommen. Nur, um dann woanders doch den Tod oder weitere Traumata zu finden, die sie vermutlich ihr ganzes Leben nicht überwinden werden. Ich kann mir nur grob vorstellen, wie sich solch eine Erfahrung anfühlt und was sie mit einem macht. Aber allein das reicht mir aus, um mitfühlen zu können und zu wollen. Trotz allem macht das meinen eigenen Schmerz nicht unrealer. Und ich verbitte es mir, dass man mir in solchen Situationen meine Privilegien vorhält.

Eigentlich weiß ich gar nicht genau, worüber ich hier gerade schreiben wollte und jetzt ist schon wieder ein ganz schön langer Text entstanden. Vielleicht wollte ich sagen, dass ich noch da bin, dass ich lädiert bin und ich einfach keine Kraft habe mich mit Political Correctness, Genderkrams oder Feminismus auseinander zu setzen. Diese Themen sind so aufgeblasen, dass die Realität für die meisten, die sich damit auseinander setzen, offenbar kaum noch Relevanz hat. Man muss sich vielmehr daran messen lassen. Und es ist meistens auch egal, ob ich sage ‚Hey, ich versteh dich doch. Ich steh auf deiner Seite, aber diese Methoden, die du da an den Tag legst, fühlen sich für mich falsch an. Ich habe nicht das Gefühl, dass ihr durch das Schüren von Paranoia und Schuldgefühlen all die von euch so hoch bewerteten Probleme aus der Welt schafft.‘ Nein, man wird vielmehr auf die andere, die böse Seite gesteckt. Mir fällt da immer nur der Spruch von Gaston ein, aus dem Disney-Film ‚Die Schöne und das Biest‘, während sich ein Mob formt, um dem Biest den Gar aus zu machen:’Wenn du nicht für uns bist, bist du gegen uns!‘

…und schon ziehen sie los. Das zu töten, was ihnen eine irrationale und teils unbegründete Angst ins Gehirn setzt. Sie hysterisch und aggressiv werden lässt. Klar, so einfach ist das. Schwarz oder weiß? Palästina oder Israel? Ukraine oder Russland? Die ärzte oder die Hosen? Phil Collins oder Peter Gabriel? Keine Ahnung, man. Beides? Keins? Ein paar Lieder von Phil Collins sind großartig, aber dennoch mag ich Genesis mit Peter Gabriel lieber? Ist das eine okaye Antwort für dich? Nein? Mich kotzt dieses reflexhafte Partei ergreifen an. Es hat sicherlich Vorteile, wenn man eine Meinung hat und dazu steht. Aber manchmal ist das Leben nicht so und das ist gut. Weil oft eine Komplexität dahinter steht, die nicht mit schwarz oder weiß zu erklären ist. Wieso auch hinterfragen und sich mit dieser Komplexität auseinander setzen?

Ich denke, diese Aussage kann man auf viele Gruppen innerhalb der Gesellschaft beziehen. Ich für meinen Teil versuche einfach in meiner kleinen Welt ein guter Mensch zu sein. So gut ich eben kann. Das wird oft und gerne ausgenutzt und ich muss lernen mich besser zu schützen. Allein einige Kommentare zu meinem Artikel bei den ruhrbaronen haben mir deutlich gemacht, wie sehr es bei manchen Leuten beim Thema ‚Feminismus‘ um Leben und Tod zu gehen scheint. Mein Freund war entsetzt, dass ich dort mit Klarnamen auftrat und meinte alarmierend, dass das Impressum hier der am zweithäufigsten gelesene Artikel sei und da ja meine Adresse drin stehe. Ich konnte ihn beruhigen, dass die Diskrepanz zwischen den Aufrufen des aktuellen Artikels und dem Impressum immens hoch und mit 7 Klicks auf mein Impressum alles okay wäre. Vorsichtshalber habe ich dennoch die Adresse heraus genommen. Man weiß ja nie, ob irgendwelche Menschen, die wirklich denken, ich würde denken, der Kern des Feminismus sei, dass Feminist*inneninnen mir das Schminken verbieten wollen würden, mir plötzlich eine Make-Up-Bombe in den Briefkasten setzen wollen könnten. Und dann there we have the salad! Lieber nicht. Wie soll ich das meinem Vermieter erklären? All der Dreck. Natürlich würde diesen Menschen nie ihre Doppelmoral auffallen, die ich eigentlich nur plakativ aufzeigen wollte. Wieso auch? Es wurde ja sogar gemutmaßt, ich sei nur ein Ghostwriter. So naiv und realitätsfern könne ja niemand in Wirklichkeit sein. Danke für die Blumen🙂. Vermutlich sei ich auch immer durch das Zeigen meines Dekolletées durch das Studium gekommen. Das überrascht mich nicht, habe ich das doch bereits in einem meiner früheren Artikel reumütig zugegeben. (Fakt ist, ich trage zwar weder Rollkragenpullover, aber die meiste Zeit hatte ich eher weibliche Dozent*inneninnen, die sich herzlich wenig für mein Dekolletée interessierten, das nicht mal im Sommer in der Öffentlichkeit präsentiert wird. Lang leben die schwarzen Trägertops zum Unterziehen!).

Nunja, es wird sicherlich bald wieder etwas turbulenter zugehen bei mir. Ich hatte keine Energie mein Studium bis dato abzuschließen und liege immer noch in den Endzügen. Es ist jedoch ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Ich bin es aber auch dieser einen Person schuldig, dass es zum Ende kommt. Außerdem brauche ich Urlaub. Kopf aus-Urlaub. Wobei nach dem Studium dann ja eh die gläserne Decke wartet. Mal sehen, ob ich mir vorher einen Pickelhelm zulege und so einen Imkerschutzanzug. Wat mut, dat mut!

Verzeiht erneut meine Schweigsamkeit und diesen wirren ersten Artikel nach so langer Zeit. Ich werde es immer noch nicht schaffen regelmäßig zu schreiben, weil mein Leben seit längerem von anderen Themen bestimmt wird und ich auch mal wirklich mich selbst in den Lebensmittelpunkt meines Lebens rücken muss. Hooray for me!

PS: Gott liebt dich. Just sayin‘.

und noch ein Bild:

penis

Saskia findet doof, dass Schlotte Kamuffel doof findet, dass Saskia den Feminismus doof findet.

Schlagwörter

, , , ,

Jemand*in, der*die*das auf so eine liebevolle und detailgetreue Art und Weise heraus gearbeitet hat, was ich alles doof (Hasst mich!) finde, der*die*das hat es absolut verdient, dass ich ihm*ihr auch eine Seite widme. Vielen Dank dafür❤ und wer dann noch dazu so einen großartigen Namen hat, der mich trotz enormer privater Probleme zur Zeit mehrfach herzlich zum Lachen gebracht hat, der*die*das hat diese Hommage hier doppelt verdient, sodass ich da doch gerne mit spazieren gehen will!

PS: Mir gefällt es persönlich außerordentlich gut, dass wenigstens deine Artikel fundiertes, empirisches Fachwissen aufweisen und nicht bloß aus deinen persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen abgeleitet werden – und du kein einziges Klischee erfüllst.

Zudem wurde ich mit einem Retweet und ein bisschen kostenloser Werbung belohnt. Du darfst es gerne als Kompliment auffassen, dass dein Reblog bei mir keinen Liedtext als Titel bekommen hat🙂 Das macht ihn zu einer Besonderheit bei mir!

Das hier ist für dich, liebe*r Schlotte Kamuffel. From Saskia with love. Quasi eine Saskia-findet-doof-dass-Schlotte-Kamuffel-doof-findet-dass-Saskia-den-Feminismus-doof-findet-ception.

Saskia findet doof, dass Schlotte Kamuffel doof findet, dass Saskia “den Feminismus” doof findet und findet es doof, …

  • ‚weil “der Feminismus” ihr untersagt, sich für alle Menschen einzusetzen.
  • weil der Feminismus weiße heterosexuelle Männer doof findet.
  • weil sie ein “Papa-Kind” ist.
  • weil sie rosa mag, und “Sex and the City” und Barbie bei Facebook.
  • weil sie auch ohne “den Feminismus” Computer spielen kann.
  • weil sie “Kurven” hat (vom Essen und von ihren Hormonen).
  • weil sie weiß und heterosexuell ist.
  • weil “der Feminismus” ihr vorschreibt, sich als “Opfer” zu sehen.
  • weil sie sich gerne schminkt, obwohl “der Feminismus” das blöd findet.
  • weil “der Feminismus” ihr vorschreiben will, das Tragen eines Kopftuchs als Entscheidung zu betrachten, ihr aber das Schminken verbieten will.
  • weil Alice Schwarzer mal irgendwann in den 70ern blablabla rhabarberrhabarber…
  • weil Alice Schwarzer heute blablabla rhabarberrhabarber…
  • weil “eine Menge junger Frauen” sich mit Aussagen von Alice Schwarzer identifiziert und “danach lebt”.
  • weil “der Feminismus” Frauen verbieten will mit Sexarbeit ihr Geld zu verdienen.
  • weil “die weibliche Intuition” ihr sagt, dass “der Feminismus” doof ist.
  • weil sie den “teils krankhaften, oft männerverachtenden Feminismus” in eine “falsche Richtung” laufen sieht.
  • weil sie ihren Vater liebt.
  • weil sie ihren Freund liebt.
  • weil Freunde von ihr “von Weibern” verletzt wurden und weil Psychoterror auch Gewalt ist.
  • weil viele Amokläufer böse Mütter hatten, während  “der Feminismus” aber sagt, dass Frauen “lieblich oder schwach” seien.

Im Ernst?!‘

…und das finde ich doof!

Außerdem: Ach ja? und du kämpfst wie eine Kuh!

Bitte grüß ganz lieb die Mitvagin*innen aus deinem näheren Bekannt*innenkreis. Ich möchte dich hiermit höflichst darauf hinweisen, dass ich mich durch deine Artikel diskriminiert fühle. Durch deine nicht besonders sensible Sprache empfinde ich ein Machtgefälle zwischen uns, das mich dazu animierte, erst einmal einen Liter Wurstwasser auf ex auszutrinken. Als ich dann noch sah, dass es sogar Würst*innen der Marke Deutschländer waren, kam mir das Wurstwasser sofort wieder hoch: Hallo? Wie politisch inkorrekt kann eine Wurst bitte sein?

Um diesem entstandenen Trauma in Zukunft keine weiteren Trigger zu bieten, wenn ich deine Texte lese, habe ich dir eine Vorlage für eine angemessene Sprache herausgesucht: hier der Link!

Das kannst du doch sicherlich besser, oder?!

Babe, I’m back again!

Schlagwörter

, , ,

…where have you been? Are you back for good?

JA! Ich lebe! Ich wollte mich entschuldigen für die ewiglange Abwesenheit, kann aber leider nicht versprechen, dass es in Zukunft wieder regelmäßigere Beiträge geben wird… Es ist einfach so sehr viel passiert und ich muss schauen, wie ich das verarbeite und wann ich die Zeit finde, angemessen darüber zu berichten. So viele neue Möglichkeiten, die sich mir eröffnet haben. Menschen mögen mich und geben mir Chancen. Wer hätte gedacht, dass mir sowas mal passieren würde?

Ansonsten…Geht es euch soweit gut? Hat mich jemand vielleicht doch vermisst? Die Poilzei gerufen? Zum Glück habe ich keine Haustiere, die mir mein Gesicht halb hätten auffressen können..

Mein Studium neigt sich zumindest dem Ende entgegen und wird im nächsten 3/4 Jahr noch einiges von mir fordern. Das erleichtert die Pflege hier nicht gerade…. Aber gut. Ich wollte gar nicht großartig ausholen. Just give me some time to breathe.

Fühlt euch gegrüßt und geherzt – das gilt natürlich nicht allen von euch, keine Angst, aber dem Großteil! – Übrigens hatte ich doch keinen Abonnenten verloren, wie ich ursprünglich dachte. Puh.

Zur Aufmunterung von uns allen, poste ich euch noch aus alter Gewohnheit ein Bild.

balloons

– Wer sagt uns, dass wir nicht jeden Tag feiern können, dass es uns gibt? EbenT!

 

 

 

 

Video

…shouldn’t talk about it.

Schlagwörter

, , , , , ,

…ich sehe, ich habe eine*n Abonnent*in verloren. Was schade ist, aber ich kann es verstehen. Mein Blogger-Dasein ist zur Zeit nicht besonders aktiv, weil ich wirklich was schaffen muss. Zwei große Hausarbeiten wollen bis Ende März geschrieben werden und damit ihr euch nicht allzu sehr vernachlässigt fühlt: Ich habe meinen Freund auch bereits seit 6 Wochen nicht gesehen und werde ihn erst Anfang April wiedersehen. Ihr seid also nicht die Einzigen, die mich vermissen…:P

Meine Verwirrung hält aktuell leider auch noch an, habe aber Themen im Kopf, die ich euch noch in die Tasten hauen muss und zu denen ich zumindest immer noch eine eindeutige Haltung habe. Derweil habt ihr sicherlich viel Spaß mit Sarrazin und seinem Gemecker über Menschen, die nicht okay finden, dass er Aussagen tätigt, die einer breiten Masse, deren ‚Ängste man ernst nehmen müsse..‘, direkt in die Hände spielt, ohne dass die je gelernt hat selbst zu denken oder mal zu reflektieren. Na, wer von euch hat keine Angst vor der Islamisierung? Na? Nur 3 Leute bestimmt. Die harten Hunde! Ich gehöre dazu. Ouh yeah! Überrascht?

Ich halte viel mehr davon, aufzuklären und nicht einseitige Medienberichte abzunicken, die vor ‚Armutsmigration‘ u.ä. warnen. Und nein, ich habe Sarrazins Bücher nicht gelesen, aber Zitate in mehreren Texten, einige Auszüge. Und sicherlich waren die ‚aus dem Zusammenhang gerissen’…aber ehrlich gesagt, ich wüsste nicht, in welchen Zusammenhang man die setzen wollte, damit sie zu ertragen gewesen wären. Für mich gilt durchaus die Meinungsfreiheit und ich finde es okay, wenn er seine Meinung äußert. Allerdings habe ich ein Problem damit, dass er mit seinen Worten Menschen anspricht, die einen sehr begrenzten Horizont haben, wodurch sich die eigentliche Problematik nicht lösen wird. Interessant fand ich das Abstimmungsergebnis in der Schweiz. Wie das wohl so ist, für einen Deutschen, ungewollt zu sein? Sicherlich ungewohnt. Und als falsch und unangenehm empfunden. Vielleicht fängt da bei Einigen mal das Hirn an zu routieren, wie viel ‚Armutsmigration‘ den Staat wirklich kostet, im Gegensatz zu Bankern, die das Vermögen der Bevölkerung verspielen… Aber ich las direkt danach von Stimmen, die nach eben so einer Abstimmung auch in Deutschland schrien. Ab wann ist man denn ‚Schweizer‘? Oder ‚Deutscher‘? Denen ist bestimmt nicht mal klar, dass ein Name wie Michael, der sich für uns urdeutsch anhört, aus dem Hebräischen kommt. Vermutlich muss man da im Stammbaum der Leute rumgrasen, damit man fair diejenigen rausschmeißen kann, die noch nicht lange genug Staatsbürger sind. Klingt ein bisschen gruselig bekannt, oder? Aber gut, dass Sarrazin die Gesellschaft aufklärt, wie das so mit der Genetik und der Wertigkeit eines einzelnen Menschen ist…

So, erstmal genug für heute. Sonst schreibe ich mich wieder in Rage. Und klar, es ist nicht in Ordnung, auf welche Art und Weise jemand wie Sarrazin niedergebrüllt wird, wenn man eigentlich denken sollte, dass die ‚Gegenseite‘ Argumente hat. Und dass alle über ihn berichten – auch ich gewissermaßen – gibt ihm in meinen Augen unverdienten zusätzlichen Ruhm. Ich finde ihn nicht mal sympathisch. Kann sein, dass er einige Sachen richtig benannt hat, aber wenn die ‚falschen‘ Leute solche Aussagen lesen und falsch kombinieren, weil keine Ahnung und Wasser auf deren Mühlen und so, habe ich mehr Angst vor einer anderen Menschengruppierung als vor ‚dem‘ Islam.

Meckert mich ruhig in Grund und Boden, dass ich den doof finde. Ist mir ziemlich egal.

Schönen Abend und bis bald. Versprochen. Es geht mir…’gut‘. Meistens.

PS: (zum Video) Ich wohne im Osten. Versucht Verständnis aufzubringen.

I’m deranged.

Schlagwörter

, , , , ,

Leute, es tut mir total leid, dass ich mich seit über einem Monat dieser Plattform hier entziehe, aber das Rassismus-Seminar hat offenbar diverse Auswirkungen auf mich, sodass ich zur Zeit absolut nicht mehr weiß, wo ich überhaupt stehe und welche Ansichten ich vertrete. Bei manchen Dingen gehe ich voll d’accord und dann gibt es wieder Momente, bei denen ich mich sehr aufrege. Ich bin völlig durcheinander, muss mich mit Aussagen von Herrn Sarrazin rumschlagen und werde immer indirekt mit meinem ‚eigenen‘ Rassismus konfrontiert, weil ich ein Problem mit Religionen habe – ergo auch mit dem Islam.

Dass man hierzulande z.B . das Christentum beschimpfen (wie sich das anhört..als würde ich hier anprangern, wenn jemand das Christentum beschimpft. Haha. So schlimm isses nun doch noch nicht mit mir..) oder quasi ohne weiteres einen kausalen Zusammenhang zwischen der katholischen Kirche und Homophobie aufzeigen darf, dies aber z.B. mit dem Islam irgendwie nicht erlaubt ist, verwirrt mich. Obwohl ich auch schon Texte darüber las, was für eine Doppelbelastung muslimische Homosexuelle haben, wenn sie von der ‚weißen‘, homosexuellen Szene innerhalb einer (westlichen) Gesellschaft nicht akzeptiert werden, weil diese Szene davon ausgeht, es könne quasi nur weiße Homosexuelle geben und gleichzeitig noch von ihrer muslimischen Familie, für die das Thema ebenso keinerlei Relevanz hat. Der Islam spielt also in dieser Situation in Bezug auf Homophobie keine Rolle, ja? Wann sind also bestimmte Kritiken angebracht und wann nicht? Ich habe in meinen Response Papers für den Kurs, in denen wir ‚relativ offen‘ unsere Reaktionen auf die zu lesenden Texte darlegen dürfen, mehrfach gefragt, wie denn die Lösung für einige der offensichtlich festgefahrenen Situationen aussähe, weil ich mich ja sehr gerne gegen konkrete Missstände engagieren möchte, aber irgendwie keinerlei Ahnung habe wie ich aus diesen Zwickmühlen meines eigenen weißen Seins heraus kommen soll.

Meine Dozentin griff diese Sehnsucht nach Lösungen im Kurs auf und meinte, dass Kultur- bzw. Sozialwissenschaften nicht dazu da seien nach Lösungen zu suchen, sondern Probleme aufzuzeigen und zu sensibilisieren (vergessen sind die Zeiten, in denen ein mit ihr befreundeter Dozent aus meinem Gender-Kurs der Ansicht war/ist, die Kulturwissenschaften seien der Wahrheit am nächsten – welche Wahrheit war das nochmal..?!). Aha. Das fand ich natürlich ganz wunderbar, weil es einem in solchen Fällen wie nach einem tragischen Film geht, bei dem das Herz nach Harmonie und Auflösung schreit.. Eigentlich seltsam, dass ich trotz dieser Sehnsucht nach Happy End eine große Liebe für seltsam gestaltete Filme wie von David Lynch habe. Diese Art Unbefriedigung stört mich, wie es aussieht, nicht so sehr wie die Hilflosigkeit, mit der ich jedes Mal wieder konfrontiert werde, weil mir zwar gesagt wird, ich sei ein Arschloch, ich aber gar nicht wirklich weiß, wieso ich das bin und vor allem, wie ich dem entgegen wirken kann. That makes me a saaaaad panda. Der Kurs geht noch etwa zwei Wochen und ich weiß jetzt schon, dass bei mir erneut ein großes Fragezeichen zurück bleiben wird und der Wunsch aufkommt wieder in meiner alten, bequemen Zeit zu leben, als Wissenschaftlichkeit noch existierte und der Schwammspinner in meinem Wortschatz noch nicht mal ansatzweise zu erkennen war. Und ich mich einfach nur für Menschen einsetzen wollte, die unter unmenschlichen bzw. menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen…

Ein bisschen tragisch bin ich schon, oder? Völlig allein gelassen mit unzähligen Denkansätzen, dem ständigen Prüfen meiner eigenen Gedanken, die letztendlich immer wieder dazu führen, dass ich nur eine Rassistin sein kann. Es wurde letztes Mal im Seminar u.a. gefragt, wer denn die wissenschaftlichen Standards mache bzw. was für Intentionen denn dahinter stehen würden. Und ob durch genau diese Standards nicht bewusst bestimmte Stimmen mundtot gemacht würden. Ich weiß nicht, auf welche Stimmen da angesprochen wurde, aber ich bin jetzt mehrfach in den Texten darauf gestoßen, dass das Rufen nach Meinungsfreiheit in jedem Fall rechts anzusiedeln ist. Ergo bin ich rechts (ganz was Neues!), weil ich es unfair finde, dass ich nicht sagen darf, was ich vom Islam, völlig ‚wertfrei‘ und rein von meiner allgemein religionskritischen Sicht heraus, halte. Weil, ich traue mich das tatsächlich nicht mehr zu äußern. Einerseits wird immer wieder das Patriarchat in Deutschland kritisiert (meinetwegen auch zu Recht in bestimmten Zusammenhängen) und die Gründe hierfür sind klar und unumstößlich. Weswegen es aber in anderen Ländern definitiv und ganz konkret Patriarchate gibt, hat zumindest also nichts mit dem Islam zu tun. Es müssen wohl andere Gründe sein – aber wir haben uns ja auch aus bestimmten Gründen unsere westlichen Werte zurecht gebastelt (Machterhalt for teh win!), gebunden an bescheuerte Rechte wie Menschen- und Frauenrechte etc. Das Thema hatten wir ja bereits vor einigen Monaten, dass es eine Anmaßung seitens der westlichen Welt wäre, anderen ihre Werte und Vorstellungen von Menschenrechten überzustülpen. Und nur, weil eine Frau mit Kopftuch ein Kopftuch trägt, haben ‚wir‘ noch lange nicht das Recht davon auszugehen, sie sei unfrei, weil sie mit großer Wahrscheinlichkeit Freiheit ganz anders interpretiert als die ‚westliche‘ Welt. Sicherlich gibt es Frauen, die auch mit Kopftuch selbstbestimmt und selbstbewusst ihr Leben leben, das stelle ich gar nicht in Frage. Aber irgendwoher muss doch die Vermutung kommen, dass Frauen, die ein Kopftuch tragen, unterdrückt werden.

Ich habe sogar vemehrt, vor allem von männlicher Seite (gemäßigt muslimische/ex-muslimische Männer), gehört, dass es undenkbar sei, dass eine Frau mit Kopftuch tatsächlich als ‚frei‘ (im Sinne einer freien Entscheidung für das Tragen eines Kopftuchs) bezeichnet werden könnte. Internalisierung? Gibt es doch nur in der ‚westlichen‘ Welt. Im Islam gibt es keine Internalisierung, lediglich freie Entscheidungen auf der Basis einer anderen Interpretation von Freiheit. Puh, jetzt hab ich mich grade wieder ganz schön selbst verwirrt. Wieso schreit die Oppositon in der Ukraine eigentlich nach einer Regierung, die sich nach ‚westlichen‘ Werten richtet? Oder sind das andere Werte als die, die laut meinem Kurs quasi als hegemoniales Instrument missbraucht werden?

Was ich mich übrigens schon lange frage und auch schon mal angedeutet habe: Kann ein Mensch mit Behinderung, wie etwa Herr Schäuble rassistisch sein? Die Antwort steht immer noch offen. Bitte um Abhilfe!

Und was hat es eigentlich mit dieser Petition gegen die ‚regenbogenmäßige Ideologisierung des Lehrplans in Baden-Württemberg‘ auf sich? Ich meine…klar Ideologie ist nicht so super, wenn es eigentlich um Wissenschaft gehen sollte. Aber haben da Leute wirklich Angst, dass in Textaufgaben in Mathe auf einmal stehen könnte, dass ein*e Transsexuelle*r sich zwei Äpfel kauft und wenn er/sie/es einen an eine intersexuelle Person gibt, wie viele dann noch übrig sind, stehen könnte? Bzw. selbst, wenn es diese Umformulierungen geben sollte, ist es weniger ideologisch, wenn da, wie sonst jahrzehntelang, nur von einer Familienkonstellation à la Frau, Mann, Kind gesprochen wird und Herr Müller sich zwei Äpfel kauft und einen an Frau Müller abgibt? Wo ist da der Unterschied und wo fängt dann Ideologie an? Sobald es eine ‚Minderheitengruppe‘ der Gesellschaft trifft? Eigentlich finde ich es wirklich eine gute Idee, die Kinder mit ihrer eigenen Sexualität bzw. ihren Neigungen zu konfrontieren und ihnen die Botschaft zu vermitteln, dass es völlig in Ordnung ist zu sein wie sie sind. Egal, wie das aussieht. Und wenn es auf Schulhöfen nicht mehr als Schimpfwort gilt ’schwul‘ zu sein…Vielleicht habe ich da etwas missverstanden in Bezug auf diese Lehrplanumstellung, aber irgendwie hat mir all das, was ich genrell darüber lesen konnte, nicht besonders viele Sorgen bzw. Ängste bereitet, dass in Zukunft das wissenschaftlich-neutrale Arbeiten bzw. Lernen gefährdet sein könnte. Aber ich bin auch ziemlich naiv.

Ich las auf einem anderen Blog, dass es zusätzlich zu der Problematik mit der Gender-Ideologie in Bezug auf die Wissenschaft, auch noch unfair sei, wenn man nur Sexualität bzw. sexuelle Neigungen als Parameter in den Unterricht einführen würde. Wo seien denn andere Diskriminierungsformen, für die Kinder genauso sensibilisiert werden müssten? Stimme ich eigentlich zu. Aber in dem Fall geht es nun mal erstmal um andere Themen.

So. Verwirrungspensum für heute erfüllt. Ich glaube, ich wurde gebrochen…Ach, und frohes neues Jahr! Ich bastele nun weiter an meinem Referat über die Tabuisierung der Beschneidungsdebatte in der Presse…

Und ein herzliches Hallo! an meinen einen Fan da draußen!🙂

…was zu der ganzen Verwirrung noch hinzu kommt:

Bild