Es ist 12:53 Uhr. Diesmal schreibe ich den Text einfach vor, weil SCHON WIEDER das Internet weg ist. Das Problem ist, dass meine WG sich das Netz mit einer Familie eine Etage tiefer teilt und wir somit keine Möglichkeit haben den Router neu zu starten oder sonstigen Einfluss auszuüben. Schön wird es dann, wenn die Familie irgendwann beschließen sollte 3 Wochen nach Mallorca zu fliegen und wir hier festhängen und naja..ihr könnt es euch sicherlich vorstellen. Es ist schon ein bisschen abartig, wie abhängig man sich davon mittlerweile gemacht hat. Die meiste Zeit machen wir im Internet vermutlich eh ziemlich sinnfreie Dinge. Ich schreibe übrigens mit verstellter Stimme, damit man, wenn ich auf der Straße spazieren gehe, mich nicht immer verwechselt.

So. Ich wollte noch einmal betonen, dass ich natürlich absolut dafür bin auch naturwissenschaftliche Ergebnisse und Intentionen/Ansätze zu hinterfragen bzw. entsprechende Studien. Womit ich einzig ein Problem habe, ist es, der gesamten naturwissenschaftlichen Abteilung das Kostüm von Skeletor (oder Dr.Mengele) anzuziehen und sie somit zu einem Übel zu erklären, dass sich in keiner Weise für ehrenhafte Ziele einsetzt bzw. von vornherein nur daran interessiert ist bestimmte Ziele zuzulassen und alles, was sich links und rechts davon befindet nicht in ihre Ergebnisse einzubeziehen (sicherlich geht die Naturwissenschaft erstmal von Vermutungen aus, meist aufgrund von Beobachtungen, die sich dann entsprechend aber als falsch oder richtig erweisen können, aber in jedem Fall faktisch nachzuweisen und für jeden, der dazu intellektuell imstande ist, nachzuvollziehen sind. Durch die ständige Entwicklung und Verbesserung in diesen Bereichen ist es möglich, dass man jahrelang bestehende Theorien irgendwann als falsch anerkennen und sie unter neuen Gesichtspunkten betrachten muss. Dennoch bin ich der Meinung, dass es unumstößliche Fakten gibt, die für jeden mit ein bisschen Menschenverstand sichtbar nachzuvollziehen sind. Die Evolutionstheorie gehört für mich dazu, auch, wenn es mit Sicherheit noch vieles gibt, das bis jetzt nicht geklärt werden konnte.).

Es mag sein, dass in der Biologie männlich und weiblich durchaus als ‚Extrema‘ betrachtet werden und dadurch quasi alle Varianten, die es ‚dazwischen‘ gibt, als fehlerhafte Experimente der Gene interpretiert werden können, da sie grundsätzlich – vom evolutionären Standpunkt aus in Bezug auf die Fortpflanzung – keinerlei Nutzen haben. Aber genauso wenig hätte ich z.B. als ‚Frau‘, die unfruchtbar ist und somit keine Kinder in die Welt setzen könnte, keinerlei Funktion in diesem System. Und ich könnte ansonsten eine vollkommen ‚gesunde‘ und ‚vollwertige‘ Frau sein. Mit allen für die scheußlich heteronormative Fortpflanzung vorgesehenen Organen. Aber wisst ihr was? Das wäre dann eben so. Die Natur macht sich keine Gedanken darüber, ob irgendwas unfair ist oder sie jemandem im weitesten Sinne in irgendeiner Form das Existenzrecht entzieht. Ja, es ist sehr grausam. Es ist auch sehr grausam, dass Löwen Gazellen reißen und sich nicht darum scheren, auf welche Art und Weise die Gazelle davon etwas mitbekommt, genauso wenig, wie sich eine Katze dafür interessiert, wie es der Maus geht, wenn sie sie noch ein paar Mal entkommen lässt und schließlich doch ganz langsam und genüßlich auffuttert. Oder wenn Schimpansen sehr blutige Ausrottungskriege führen – ohne Rücksicht auf Verluste. Es ist auch grausam, dass ich in diesem Leben niemals mehr eine Ballerina werden kann oder eine Formel 1-Fahrerin (dafür müsste ich erstmal den Führerschein machen und außerdem…gibt es überhaupt eine Frauen-Formel 1? Obwohl ich eigentlich locker mit den ‚Männern‘ mitfahren können müsste, schließlich haben wir alle dieselben Voraussetzungen. Hoffen wir mal, dass ich es dann nicht nur mit Exemplaren zu tun hätte, die sich in ihrer Kindheit ausschließlich mit He-Man und den Teenage Mutant Hero Turtles beschäftigt haben. Allerdings fällt mir grade ein..ich hab mit meinem Bruder ja auch Batman und die Gargolyes geschaut. (Übrigens großartiges Anfangs-Theme bei den Gargolyes..und bei Saber Rider…es ist zum Kotzen, dass mein Internet grade nicht geht. Ich hab schon wieder total Lust auf die Intro-Themes…) Somit habe ich vermutlich tatsächlich dieselben konstruierten Voraussetzungen wie die ‚männlichen‘ Fahrer! Perfekt! Vielleicht wird es doch noch was mit einer richtigen Karriere. Ich bin ja erst…26…). Es ist okay für mich. Ich komme damit klar und es ist mir, ehrlich gesagt, auch ziemlich egal. Ich hab ja die Option viel mehr aus meinem Leben zu machen als dem hinterher zu trauern, was ich niemals mehr werde erreichen können. Meine eigene kleine Welt mit meinen Richtlinien und meinen Philosophien und der Wahl, ob und wann und wem oder was ich mich unterwerfen möchte.Vielleicht werde ich eigene Kinder haben können, vielleicht werde ich Kindern eine Chance geben können, die keine Eltern mehr haben, vielleicht werde ich taub, vielleicht werde ich blind, vielleicht verliere ich (vollständig) den Verstand (Liedtexte beeinflussen in keinster Weise meine Einträge), stelle ich mit Anfang 50 fest, dass ich Frauen doch viel anziehender finde (Memo an meinen Freund: das wird natürlich nie passieren! Frauen sind doof und ziehen sich immer nur rosa an!) oder dass ich in Wirklichkeit eine Hummel mit einer Vorliebe für Bananen und Fencheltee (wenn es einen Gott gibt: bitte lass es nie so weit kommen!) bin. Oder ich bin ab heute jeden Tag etwas/jemand Andere*r*s. Vielleicht Georg Friedel Westermann. Oder Liesel Westermann. Dann gucke ich in den Spiegel und das sieht ja mal so gar nicht aus! Sodass ich feststellen muss: ich habe mich vertan.

Wir haben echt das große Glück, dass wir so wahnsinnig viele Nacktnasenaffen sind, die sich in den nächsten Jahren wohl eher nicht sorgen müssen (außer wir Deutschen natürlich. Wir sind ja bald alle weg vom Fenster…Dafür werden die Ägypter immer mehr und würden am liebsten eine Grenze für die Anzahl der Kinder je Familie setzen – das hörte ich gestern auf Phoenix.) auszusterben (ich weiß..leider leider.). Somit können wir unsere Lebensschwerpunkte außerhalb der biologischen Diktatur setzen und uns durch die Vielfalt an Möglichkeiten einen eigenen Lebensentwurf gestalten, in dem wir durchaus unsere verschiedensten sexuellen und kulturellen Identitäten ausleben dürfen (ich hoffe sehr, dass es irgendwann den Zeitpunkt kommt, dass dies wirklich überall auf der Welt möglich sein wird. Auch in Deutschland muss noch viel getan werden! Ich werde der Bundesregierung vorschlagen einen gesetzlichen Gegenteiltag einzuführen – bliebe dann nur noch festzustellen, was von wem und warum das Gegenteil ist. Aber es würde bestimmt eine Menge Sensibilität in die Gesellschaft bringen.) und uns nicht erschießen müssen, weil wir vorgeblich für die Natur kaum Nutzen haben. Ich las allerdings irgendwo im Netz einen Artikel, in dem gemutmaßt wurde, ob die Intersexualität nicht eventuell schon die nächste Stufe der Evolution sein könnte. Ich kenne mich jetzt wirklich nicht SO wahnsinnig gut mit diesen vielen kleinen Ebenen innerhalb der Evolutionstheorie aus, aber da das Fortpflanzen bei jedem Geschöpf auf diesem Planeten notwendig ist, um seine Art zu erhalten, und bisher keinerlei Jungfernzeugung bei einem Säugetier festgestellt werden konnte (vermutlich WOLLTE es bisher nur niemand feststellen! Die verschweigen uns nur die echte Wahrheit, um …naja, ihr kennt ja die Hasstiraden, die nun folgen würden. Denkt sie euch einfach…also mal wieder: Scheiß-Naziwissenschaftler!) und es auch als nicht besonders empfehlenswert gilt dorthin zu evolvieren (ich weiß nicht mal, ob es dieses Wort gibt…) – angesichts der sich ständig verändernden klimatischen u.a. Bedingungen – , halte ich diese Idee für ziemlich sinnfrei und interpretiere sie als hilflosen Versuch für sich einen sinnvollen Platz innerhalb dieser Theorie zu erhaschen. Aber vermutlich gibt es dort sogar tatsächlich einen sinnvollen Platz für sie. Wenn ich die Zeit finde, möchte ich noch einmal konkret über dieses Thema lesen, mit dem sich hoffentlich seriöse Menschen bereits beschäftigt haben, um zu verstehen, wieso es all diese Varianten wirklich gibt. Vielleicht zur natürlichen Geburtenkontrolle? Oder die Natur aka Dr. Frankenstein ist wirklich nur ein wahnsinniger Tüftler mit einem vielseitig bestückten Chemiebaukasten, aus dem immer wieder die spannendsten und vielfältigsten Kreaturen geschaffen werden. Sehen wir es ein – wir sind alle nur Monster.

Bis auf ihn hier:

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Was für ein schöner Schlusssatz.

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