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Da bin ich wieder. Wie versprochen kommt heute ein Beitrag über die gute Frau Kuby, die es schafft in allen Talk Shows, in denen sie auftritt meinen Unmut auf sich zu ziehen, indem sie alleine schon spricht, als würde sie auf einer rosafarbenen Wolke umherfliegen und permanent ein Entspannungsvideo für latent aggressive Kinder aufnehmen. Im Alter von 8 Jahren ließ sie sich auf eigenen Wunsch evangelisch taufen, so steht es in ihrem Wikipedia-Artikel. Ein Freund von mir erzählte mir neulich (er ist der böse, weiße, heterosexuelle Physiker), dass seine Nichte sich auch im Kindesalter taufen lassen wollte und er überrascht war von so einer Reife (ich habe ihm meine Meinung dazu bereits persönlich gesagt, keine Sorge – es soll auch nur als Beispiel herhalten, weil er ja nicht der Einzige ist, der von so einer Entscheidung beeindruckt ist). Er hält nicht wirklich was von Religion, so wie ich, daher überraschte er mich, dass er sowas als Reife bezeichnet. Ich gehe einfach mal davon aus, dass seine Nichte nicht mit all dem vertraut gemacht wurde, was tatsächlich alles so in der Bibel steht und dass dort ein Mann angebetet wird, der bei lebendigem Leib an ein Kreuz gehängt wurde, um hingerichtet zu werden, dessen Hände und Füße von großen Stahlnägeln durchbohrt sind, mit einer Dornenkrone auf dem Kopf, wo in den meisten Abbildungen auch das Blut herunterfließt, sowie z.B. Geschichten über die Vernichtung aller Lebewesen auf der Welt durch eine große Flut, weil Gott zornig ist (Kollektivschuld ftw!) und all so ein lebensbejahendes Zeug, das für ein kleines Kind absolut die angemessene Lektüre/Umgebung darstellt. Ich vermute vielmehr, dass man diesen Kindern die entsprechenden Details vorenthalten oder verharmlost hat, wie es meistens der Fall ist. Einem Kind Lügengeschichten zu erzählen (irgendwoher muss jedes Kind ja solche Impulse bekommen), an die ein Kind fast automatisch glaubt, weil es evolutionär bedingt aufgrund eines fehlenden Einschätzungsvermögens davon abhängig ist, was ein Erwachsener ihm erzählt, weswegen das Kind sich für einen solchen Schritt entscheidet, empfinde ich persönlich nicht als Reife. Ich entschied mich im Alter von 14 Jahren dafür mich taufen zu lassen und habe heutzutage keinen Schimmer mehr, warum eigentlich. Meine Schwester hat stets behauptet, es läge daran, dass ich dem Gruppenzwang mit Konfirmationsunterricht etc. unterlegen bin und ich habe es vehement abgestritten. Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, dass sie Recht hatte. Ich komme aus einem kleinen Ort und da ich schon immer mit mir selbst gehadert habe, wieso ich nicht wirklich so bin wie die Anderen bzw. wieso ich nie in all diese Gruppen gepasst habe, die sich bereits in der Grundschule entwickelt haben, war das vermutlich ein Punkt, der mir wichtig war, um als Eine der Ihren wahrgenommen zu werden. Die Konfirmationsfahrten waren beschissen – jedenfalls für mich. Es wurde geraucht und getrunken und es schien niemanden, außer mir kleiner Spießeruschi, zu stören. Mir hat sich all diese Notwendigkeit nie erschlossen und außerdem stinkt Rauch. Ich habe mich nicht mal in meiner Konfirmationsgruppe wohl gefühlt (es gab 4 bei uns zu der Zeit und natürlich bin ich nicht in die mit den ‚coolen Kids‘ gekommen, in die ich eigentlich wollte, um auch als solches wahrgenommen zu werden), habe aber alles brav mitgenommen, mich taufen und schließlich konfirmieren lassen. Ums Geld ging es übrigens nicht, meine Eltern haben dafür gesorgt, dass meine Geschwister (sie sind weiterhin beide ungetauft) einen ähnlich hohen Geldbetrag bekommen, damit das nicht der Anreiz war sich konfirmieren zu lassen.

Von dem Geld kaufte ich mir schließlich meine eigene Geige. Ein wunderschönes Exemplar! Ich habe sehr lange in einem Orchester gespielt, bei dem wir immer wieder auch Konfirmationen begleitet haben etc. Dort fand ich es schon seltsam, wie Menschen wirklich da sitzen können und jemandem zuhören, der irgendwelche sehr wichtig klingende Sachen erzählt, bei denen man gemerkt hat, dass diese Konfirmanden sich kein Stück dafür interessiert haben. Sie saßen da wie kleine Erwachsene in ihren oft viel zu großen Anzügen, die Mädchen zurecht gemacht (bei meiner Konfirmation hatten wir übrigens abgesprochen, dass wir nicht aussehen wollen wie bei einer Beerdigung – in grau und schwarz. Und? Wer kam in hellblau und wer in grau und schwarz?! Tja. Welcome to my world!) wie für eine Cocktailpartey und alle taten so, als wäre das alles wirklich spannend, 1 1/2 Stunden zu warten bis es endlich vorbei ist. Wieso tut man sich sowas an, wenn jeder genau weiß, dass er echt keine Lust auf das alles hat bis auf den Punkt, wo man aufgerufen wird und seine Urkunde (war es ne Urkunde, die man bekommt? Weiß ich gar nicht mehr…) bekommt, um wieder auf seinen Platz und nach Hause zu gehen, wo man im Mittelpunkt steht und es Kuchen und Geld gibt. Die einzigen, die sich, aus meiner beobachtenden Sicht heraus, für all diese Zeremonien erwärmen konnten, waren irgendwelche älteren Herrschaften – die konnten auch die Texte aller Kirchenlieder. Ich habe übrigens auch seit jeher den Impuls mitten in so einer Zeremonie aufzuspringen und laut zu rufen oder zu lachen. Weil all das so surreal und absurd wirkt. Und künstlich. Als feierlich empfinden es zu diesem Zeitpunkt vermutlich echt nur diese älteren Leute…

So, genug von mir. Ich schweifte wohl ab. Frau Kuby erzählt in einem Video, das ich gerne mit euch teilen möchte, anfangs über Gender Mainstreaming und was sie daran alles doof findet. Sie nimmt dafür wissenschaftliche Studien als Grundlage, obwohl sie (und fast alle anderen Menschen, die sich in ihrem Standpunkt des Glaubens bedroht fühlen) in einem Video zu Michael Schmidt-Salomon sagt, er glaube doch selbst – an die Wissenschaft (worauf fast immer geantwortet wird, dass derjenige, der Glauben mit Wissenschaft gleichsetzt, den Kern von Wissenschaft nicht verstanden hat – dem stimme ich zu.). Aber in diesem Punkt ist es für sie natürlich total hilfreich auch an die Wissenschaft und ihre Fakten zu glauben, weil sie sie ja für ihre eigenen Thesen nutzen kann. Im Jahre 1996 ist sie nämlich vom evangelischen zum katholischen Glauben konvertiert und ist seitdem eine radikale Verfechterin der römisch-katholischen Auffassung von Moral und Sexualität. Es ist eine Freude, wie sie in diesem Video mitteilt, dass all diese Katholiken, die behaupten, dass Homosexualität und Katholizismus vereinbar seien, keine Ahnung haben und nur ‚mit dem Zeitgeist gehen‘, so wie es schon im Nationalsozialismus etc. der Fall war. Ich schreibe es gerne noch einmal deutlich: Sie setzt Homosexualität, die sie für eine Ideologie (!!!) des Bösen hält, mit dem Begriff Zeitgeist mit dem Nationalsozialismus gleich. Wie ich schon sagte, diese Frau hat VERDAMMTES (haha fluchen!) Glück, dass sie ihre Meinung frei äußern darf. Diejenigen Menschen, die der katholischen Kirche angehören und wirklich und trotzdem versuchen Frieden und eine Basis für alle Menschen, egal, welcher Neigung, zu schaffen, werden hier mit einem Schlag direkt mundtot gemacht. Das finde ich unglaublich und bemerkenswert. Aber letztendlich auch nicht verwundernswert, weil ja auch der Koran und alle anderen wundersamen Bücher, je nach Gutdünken interpretiert werden können (den Koran kann man ja nur wirklich verstehen, wenn man ihn auf Arabisch liest..alles andere ist verfälscht.). Sie betont ja sehr oft, dass es absolut unmissverständlich in der Bibel steht, dass Homosexualität nicht läuft im Katholizismus, weil Gott dazu eine sehr eindeutige Meinung hat. Als sie dann noch ganz empört ausrief, dass man sie wegen solchen Aussagen auch noch explizit als homophob brandmarken würde, wusste ich nicht mehr, ob ich lachen oder weinen sollte..

Was ist mit diesen Leuten nicht in Ordnung? Diese Frau schreibt Bücher darüber und sieht sich als Heiland für die katholische Kirche, wird dafür vom Papst gelobt (der ja selbst Stellvertreter Gottes auf Erden ist – und somit unfehlbar – nur, um euch das noch einmal ins Gedächtnis zu rufen…) und hat wirklich eine Anhängerschaft, die diesen Scheiß weiter erzählt und LEBT. In solchen Momenten vergesse ich immer kurz, dass wir im 21. Jahrhundert leben und ich mit euch über ein Gerät kommuniziere, dass nur mit Hilfe und aufgrund von wissenschaftlichen Fakten funktioniert…

Bevor ich doch gleich anfange zu weinen, möchte ich erstmal aufhören. Ihr dürft euch natürlich selbst eure Meinung bilden, aber ich finde Menschen wie Frau Kuby hochgefährlich und menschenverachtend. Für mich bewegt sie sich auf keinem anderen Level als die Scheiß-Nazis, die hier immer durch die Stadt laufen.

Wenn das der Jesus wüsste.Bild

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