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Ich weiß, ich wollte eigentlich gestern noch was schreiben, aber es hat sich irgendwie nicht gepasst. Dafür saß ich in der Bibliothek und habe wichtige Dinge gelesen. Da habe ich nämlich herausgefunden, dass ich vermutlich gar nicht wirklich selbst Schuld habe, dass ich mit leichtem Übergewicht durch die Welt laufen muss. Hätten wir noch Zeiten, in denen Nahrung knapp war, dann wäre ich bestens daran angepasst! Ouh yeah! Ich wäre the fittest of euch und würde meine spitzenmäßigen Essgewohnheiten bzw. Lebensstilmerkmale an meine nächsten Generationen weiter geben. So wie es vermutlich auch meine Oma getan hat, die in Kriegszeiten aufgewachsen ist und als junges Mädchen kaum was zu essen hatte über lange Zeit. Meine Endokrinologin hat mir bereits mit 15 Jahren gesagt, dass mein Körper quasi sogar Kalorien aus einem Glas Wasser ziehen kann (was überlebenswichtig ist in Zeiten von ständiger Lebensmittelknappheit) und wohl noch auf Kriegszeiten eingestellt wäre – was ein eindeutiges Indiz dafür ist, das diese Eigenschaften aus einer Zeit kommen müssen, in der ich noch nicht gelebt haben kann. Ich bin quasi die dicke Reinkarnation meiner Oma, die übrigens an diesem Freitag, den 13. 85 Jahre alt wird und immer noch sehr klar bei Verstand ist. Vielleicht habe ich das ja auch übernommen! Und die Hormonstörung von meiner Mama…Lieber mehrfach zuschlagen bei all den tollen Dingen, die man vererbt bekommen könnte, Man weiß nie, wofür es gut sein könnte! Oder auch nicht…

Meine restliche Familie ist im Verhältnis zu mir hatte da zumindest weniger Glück. Mein Bruder hat einen ziemlich guten Stoffwechsel und würde eventuell eine Kriegszeit nicht so gut überstehen wie ich. Tja, Pech (nein, natürlich Glück!!!), dass wir grade nicht in Kriegszeiten leben und mein Körper trotzdem so tut, als wäre es so. ‚Oh, Eisbergsalat? Her mit den Kalorien!‘ Tatsächlich nehme ich Tabletten, damit ich nicht plötzlich starkes Übergewicht bekomme und eventuell an Diabetes erkranke. Vermutlich ist also die Epigenetik schuld an meiner Lebenssituation. Aber das Gute an Epigenetik soll ja auch sein, dass ich selbst aktiv dafür sorgen kann, dass ich diese Probleme nicht an meine Nachfolgegenerationen weitergeben kann – was aber vielleicht eine dumme Idee wäre. Auch, wenn ich es nicht hoffen will, wir wissen heute ja noch nicht, ob die Aktion in Syrien nicht irgendwann doch vollkommen aus dem Ruder laufen könnte. Dann sollten meine Kinder und Kindeskinder zumindest überleben, sodass ich eifrig meinem Lebensstil weiter fröne! Wie immer der aussehen mag…

Gestern Abend las ich noch einen Artikel in der Emma, in dem Alice Schwarzer sich noch einmal auf ihr Buch von 1975 bezieht. Unter anderem beschreibt sie erneut die schlimme Lebensgeschichte von Brian Reimers, der ohne von außen sichtbaren Penis zur Welt kam und die Eltern vor die Aufgabe stellte, auf welche Weise er nun erzogen werden soll – als Mädchen oder als Junge. Die fatale Entscheidung fiel auf die mädchenbezogene Erziehung, geraten von einem Sexualforscher, es folgte eine Umbenennung von Brian in Brenda und der eigentliche Junge wurde zusehends psychisch weiter ruiniert. Schwarzers Aussage, dass es ein Mensch ein Mensch sei und nicht daran fest gemacht werden sollte, ob er einen Penis oder sonstetwas hat und nur so als ‚echter Mann‘ o.ä. definiert werden darf, finde ich im Übrigen sehr richtig. Trotz allem habe ich überlegt, ob die Schlussfolgerung, dass man jemandem Geschlechterrollen aufoktroyieren kann, wirklich richtig ist. Sie geht ja davon aus, dass bestimmte Eigenschaften nicht zwangsläufig angeboren sind, sodass eine entsprechend ‚falsche‘ Erziehung schlimme Auswirkungen haben kann auf den Menschen. Letzteres scheint leider absolut richtig zu sein.

Allerdings ist Brian Reimers, obwohl er umbenannt wurde und krampfhaft ein Mädchen werden sollte – mitsamt Hormontherapien etc. – innerlich ein Junge geblieben. Sodass diese Rollenaufoktroyierung offenbar nicht so geklappt hat, wie es sollte. Versteht ihr, was ich meine? Wieso er innerlich ein Junge geblieben ist, obwohl er keinen sichtbaren Penis hatte, lag vielleicht daran, dass sein restlicher Körper durchaus hormonell von Grund auf in eine bestimmte Richtung angelegt war (ich weiß leider nicht, ob es tatsächlich so war und gehe jetzt mal davon aus, weil es für mich Sinn ergeben würde). Solche Aussagen kenne ich auch von Freundinnen, die nie gerne Kleidchen getragen haben, es regelrecht verabscheut haben als Kinder und dies auch heute noch nicht gerne tun – im Gegensatz zu mir z.B. (aber meine Hormone sind eh alle im Eimer…). Vielleicht ist auch hier eine leicht erhöhte Dosis von Testosteron schuld, die den ‚Mädchen‘ in einigen Punkten ‚jungentypische‘ Verhaltensweisen vorgibt. Diese Behauptungen sind vermutlich wissenschaftlich nicht haltbar, es sind lediglich meine persönlichen Gedanken. Wenn es aber stimmen würde, wie viel wäre dann tatsächlich dran, an dieser Idee von dem Nötigen zu bestimmten Rollen in der Gesellschaft? Eventuell wären dann diese frühkindlichen Test, welche Gegenstände ein Baby am längsten anschaut und somit am meisten Interesse daran hat, doch gar nicht so doof, weil sie das ‚wahre‘ Geschlecht der Kinder offenbaren würden?

Abgesehen davon: Habt ihr mal bemerkt, wie schlimm Zombies diskriminiert werden? Es sind eigentlich fast immer nur männliche Untote, die in den Filmen und Videospielen die furchtbaren Dinge anrichten! Was sagen die Maskulisten dazu? Ist das in Ordnung? Haben Zombies eine Lobby? Außer bei die Ärzte natürlich…die scheinen Zombies ziemlich gut zu finden!

Ich für meinen Teil finde Zombies ja ziemlich bescheuert, bin also eher anti-zombie. Es sei denn, es handelt sich um Zombiepiraten. Dann könnte ich ein Auge zudrücken. Elaine in Monkey Island ist übrigens auch mal so gar nicht die typische Tussifrau, die gerettet werden muss. Sie ist Gouverneurin über das Drei-Insel-Reich und um einiges tougher als Guybrush – der ja nicht mal einen Bart wachsen lassen kann – was für ein Mann soll das denn sein?! Aber viele, die mich kennen, wissen, was für eine Schwäche ich für die Schwächen von Guybrush habe! Trotz allem finde ich es nicht fair, dass es immer die männlichen Zombies sind, die Unheil anrichten! Gibt es bei Plants vs. Zombies weibliche Zombies? Ich weiß es gar nicht.

So..mit diesem relativ kurzen und wirren Beitrag entlasse ich euch erstmal, weil gleich meine Eltern kommen und wir weeeeegdüsen. Bis Donnerstag etwa. Danach schaue ich mal, wie ich es zeitlich mit dem Schreiben einrichten kann.

Macht es euch hübsch!

(und jaja, ich weiß, es gibt ne Menge Fehler im Bild..aber es musste schnell gehen!)

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