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Sodele, endlich wieder frisch ans Werk. Gestern schaute ich tatsächlich ‚Schwiegertochter gesucht!‘ (ich holte die Folge von der Woche davor nach) und kann mir wirklich langsam nicht mehr erklären, wieso eigentlich. Unabhängig davon, dass sicherlich der Großteil der Sendung geskripted ist und man permanent das Gefühl hat, dass in dieser Sendung Menschen vorgeführt werden, die nicht wissen, wie ihnen geschieht, ist mir mittlerweile ein neuer negativer Aspekt aufgefallen, den ich unbewusst vorher schon irgendwie doof fand, der sich aber gestern auf eine extreme Weise für mich manifestiert hat. Und zwar finde ich es wirklich unerträglich, wie die Mütter der Männer, die eine Frau suchen, ihre Söhne sogar bis ins eigene hohe Alter noch manipulieren und teilweise unter Druck setzen, um ihre eigenen Wünsche durchzusetzen. Ich weiß nicht, ob viele der Frauen dort ‚allein erziehend‘ sind – bei einem Alter von 48 des Sohnes weiß ich nicht, ob man da noch von ‚erziehend‘ sprechen sollte, wobei es eigentlich trotzdem immer noch geschieht – oder die zugehörigen Väter/Partner einfach nicht im Fernsehen gezeigt werden wollen. Es fiel mir jedenfalls auf, dass diese Mütter offenbar einen wirklich heftigen Einfluss auf ihre Söhne haben und auch immer noch ausüben, egal, ob sie selbst schon fast 100 sind. Die meisten dieser Männer, die eine Partnerin suchen, hatten noch nie eine Beziehung und wirken generell für mich als Zuschauer sehr weltfremd und teilweise auch naiv.

Sicherlich mögen das krasse Einzelfälle sein, aber ich habe mich doch ein paar Mal gefragt, was Feministinnen wohl von so einer Situation halten. Immerhin haben die Mütter dort die ‚Alleinherrschaft‘ über ihren Sohn und machen ihn auf diversen Ebenen von sich abhängig. Was aber zusätzlich erschütternd ist, ist, dass die Mütter natürlich die Partnerinnen absegnen müssen und entsprechend bewerten und: sie erwarten spezielle Eigenschaften von ihnen! Sie sollen kochen und putzen können, bügeln und ihren Sohn betüddeln, wann immer ihm danach ist, weil sie es ja von der eigenen Mutter so gewöhnt sind. Sie wollen für ihren Sohn ergo eine exakte Kopie von sich selbst – bestimmt mit guten Absichten, weil sie schließlich der Meinung sind, dass ihre Söhne all diese Bemutterung auch für immer und ewig brauchen und sie sie so lebensunfähig und abhängig von sich gemacht haben, dass sie genau wissen, dass ihre Schützlinge trotz eines durchaus schon stattlichen Alters von bspw. 48 Jahren, alleine keine Überlebenschance in dieser Welt haben. Diese Art der ‚Erziehung‘ ist doch definitiv das Ausnutzen einer Machtposition. Ich will überhaupt nicht sagen, dass alle alleinerziehenden Mütter so sind, aber es scheint diese Variante zu geben, vor allem in Zusammenhang mit einer bestimmten Generation. Die Mütter machen ihre Söhne bewusst lebensunfähig, um möglichst lange die Nummer 1 in deren Leben zu sein, schreiben dem Sohn aber dann, wenn er plötzlich doch eine Partnerin sucht, vor, wie diese zu sein hat und setzen sie anschließend zusätzlich mit ihren eigenen Wünschen – nämlich denen nach einem Enkelkind, aber möglichst schnell! – unter Druck. Ich finde diese ganze Szenerie hochgradig perfide und finde nicht, dass diese Art der Macht einen Unterschied zu der des häufig zitierten Patriarchat macht.

Unabhängig davon begünstigen die Mütter durch ihre Erziehung die Geschlechterrollen immens, obwohl sie selbst sich dieser Zuschreibung weitesgehend entziehen. Sie sind quasi der ‚Herr‘ im Haus, tun aber so, als hätten ihre Söhne freie Hand in ihrer Entwicklung, auch, wenn sie ihre Mutterrolle natürlich auf eine gruselige Art und Weise wahrnehmen.. Gibt es für so ein Verhalten einen psychologischen Fachbegriff? Wenn Mütter ihre Monopolstellung behalten wollen und ihre Söhne regelrecht hörig machen? Ist das eine gute Frau, die den Mann anständig unterdrückt? Und dann auch noch möglichst so, dass er selbst gar nichts davon mitbekommt? Das kann echt nicht gesund sein und erschreckt mich auch irgendwie, dass so etwas stattfindet. Diese Männer haben gar nicht die Chance eigene Sichtweisen zu entwickeln, Rückgrat und Selbstreflexion. Nicht mal wirklich eigene Hobbys!

Can you keep them in the dark for life?

carbohydrates

Noch kurz zu einer anderen Ungheuerlichkeit: ich fand den Ausgang der Wahl in Bayern gestern zwar irgendwie vorhersehbar, aber trotzdem nicht weniger erschreckend. Ein erneuter Sieg für die Horsti Horror Picture Show. Was läuft in Bayern falsch? Wann werden sie endlich ein eigenständiges Land und hören auf mit ihrer Masse an Wählern die Bundestagswahl zu verfälschen? Ich habe übrigens beschlossen wählen zu gehen und habe mittlerweile auch eine Idee, was. Morgen wird die Briefwahl aktiviert und Sonntag gebangt. Eigentlich wollte ich euch noch irgendetwas zur Bayern-Wahl sagen, das ich heute Morgen früh in den Nachrichten bei Deutschlandradio Kultur gehört habe. Ich hatte gehofft, ich würde es mir merken können, aber natürlich war dem nicht so. Und online sind einzelne Nachrichtensendungen nicht zu fnden. Mist ist das!

Nun, dann erstmal heute nur ein kurzer Beitrag zum wieder Eingewöhnen für euch. Ich muss mich wirklich mal wieder aufraffen und häufiger schreiben. Neulich hab ich noch jeden Tag geschrieben! Ich trau mich auch gar nicht meine Statistiken anzuschauen…die gehen rapide nach unten, weil ich so faul bin. Es tut mir leid, ich bin ein schlechter Mensch. Und zusätzlich auch noch ungläubig. Dayum! (ich darf sowas sagen!)

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