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Mir ist wieder eingefallen, was ich gestern in den Nachrichten gehört hatte, bzw. es war sogar gar nicht in den Nachrichten. Und vor allem hatte es auch gar nichts mit der Bayern-Wahl zu tun. Auf mich sollte man sich wirklich nicht mehr verlassen. Als es mir wieder einfiel, habe ich es sofort als klitzekleine Notiz in meinem Handy auf der Hauptseite eingetippt. Zufällig besitze ich noch ein Handy und kein Smartphone, sodass die Notiz wirklich eine reizende Größe hat.. Worum ging es also? Es ging um einen Beitrag, in dem berichtet wurde, dass die katholische Kirche beschlossen hat ihre Vorschriften zu verschärfen und ihre Päderasten-Jünger doch nicht komplett aus ihrem bigotten Haufen zu eliminieren, sondern sie in ein Kloster schicken, wo sie fortan ihr Dasein fristen dürfen. Natürlich ist es schön zu erfahren, dass die Kirche nun doch irgendwie mal aktiv auf die Missbrauchsskandale reagiert und ihre Geistlichen nun einen entsprechenden Verhaltenskodex unterschreiben müssen vor ihrer Einstellung, nicht mehr völlig unbedarft auf erwachsene Schutzbefohlene losgelassen werden, sowie nicht mehr in ihren alten Job zurück dürfen, wenn ein Vorfall sich ereignet hat, jedoch empfinde ich es immer noch als nicht ausreichend diese Menschen stattdessen in ein Kloster zu verbannen.

Inwieweit ist es konsequent, dass ein Mensch, der einen anderen in einer traumatisierenden und oft lebenslang bestehenden Weise psychisch geschädigt hat, weiterhin in einem Verein arbeiten darf, der sich auf die Fahne schreibt moralisch einwandfrei zu sein (jaja, ich weiß, es sind die Menschen, die diese Fehler machen und Menschen sind nicht perfekt, Gott hat sie ja so mangelhaft erschaffen), während einem katholischen Priester, der das Zölibat bricht, sogar mit Exkommunikation gedroht wird? Bestimmt habe ich da wieder irgendwas nicht mitbekommen, aber so, wie ich es mehrfach gelesen habe, scheinen da offenbar himmelweite Unterschiede zwischen beiden Brüchen der katholischen Regluarien zu bestehen. Einerseits hat die offizielle katholische Kirche ein Problem mit gelebter Homosexualität, andererseits scheinen sie es als nicht ganz so problematisch zu empfinden, wenn ein Erwachsener, der eigentlich in ein bestimmtes moralisches Gefüge eingebettet sein sollte und der aufgrunddessen das vollste Vertrauen der zu betreuenden Menschen genießt, sich sexuell nicht im Griff hat und seine Triebe zumeist auch noch an Kindern auslässt.

Und genau in diesen Punkten, liegt der Kern. Es gibt auch in anderen Bereichen der Gesellschaft sexuellen Missbrauch, den ich genauso scharf verurteile. Aber, es ist die Kirche, die damit hausieren geht, dass sie die absolute Wahrheit für sich gepachtet hat und sich als höchste moralische Instanz versteht, und in einer unglaublichen Häufigkeit mit dieser Art Skandal zu tun hat, was zumindest mir zu denken gibt. All dies nur auf die Menschen mit ihren Schwächen abzuwiegeln, finde ich nicht angemessen und relativiert die Vorfälle. Wieso geschieht das so oft in solchen Kreisen? Könnte es damit zu tun haben, dass die Sexualität von grundauf tabuisiert wird und auch die gelebte Homosexualität keine Erlaubnis von höchster Stelle erfährt, dass sie somit irgendwie heimlich ausgelebt werden muss? Ich weiß nicht, ob tatsächlich alle betroffenen Geistlichen pädophil veranlagt sind oder eventuell ‚einfach nur‘ schwul und dass sie aufgrund ihrer heimlichen Homosexualität zu drastischen Mitteln greifen, weil sie wissen, dass man Kinder durch viele psychische Tricks und entsprechenden Druck mundtot machen kann und somit ihre Aktivitäten und Neigung nicht so schnell ans Licht kommen? Ihr wisst hoffentlich schon, dass ich Homosexualität hier nicht mit Pädophilie per se gleichsetzen will, ja? Also, dass Homosexuelle alle pädophil veranlagt sind und es auch billigen. Das meine ich überhaupt nicht. Ich glaube lediglich, dass durch dieses Verbot des Praktizierens der Druck für den Betroffenen steigt und für ihn vielleicht der einzige Ausweg dann darin besteht, diesen Druck an seinen Schutzbefohlenen abzulassen. Falls ihr dazu andere Ideen habt, immer her damit!

Wie oben beschrieben, besteht für mich das Problem für all diese Auswüchse vor allem in der Beschneidung und Verteufelung der Persönlichkeitsrechte der einzelnen Geistlichen, sei es in der sexuellen Neigung oder auch in der Wahl, ob man sein Leben mit einem anderen Menschen in einer romantischen Beziehung verbringen darf oder nicht. Es wird dann gerne betont, dass die Geistlichen ja wüssten, worauf sie sich einlassen. Aber ich habe bereits mehrere Berichte gelesen oder im Fernsehen gesehen, in denen die oft EHEMALIGEN Geistlichen betont haben, dass sie trotz der Vorbereitung im Studium keinerlei Ahnung hatten, worauf sie sich tatsächlich einließen. Man kann so etwas nicht wirklich lernen und vorbereiten, wie es ist sein Leben lang seine eigenen Wünsche und Sehnsüchte zu unterdrücken und sein Leben quasi an die Kirche zu vermieten/verkaufen. Viele dieser Geistlichen müssen ihre Beziehungen geheim halten und um ihren Job fürchten, obwohl sie von ihrer Gemeinde verehrt und geliebt werden. Sie werden häufig vom Vatikan unter Druck gesetzt und auch kontrolliert. Was läuft da schief mit der Kirche und Kompetenzen? Wieso erkennen sie einen kompetenten Mitarbeiter nicht einfach an und lassen ihn sein Leben leben? Sowas tun sie ja nicht nur im Bereich der Gemeindearbeit als Priester, sondern auch in Kitas, in denen Mitarbeiter gefeuert werden, weil sie das heilige Sakrament der Ehe gebrochen haben. In meinen Augen wird dort sehr viel mit zweierlei Maß gemessen und am Ende auf die falschen Kriterien Wert gelegt. Ich muss ja nicht noch einmal betonen, dass dieses Verhalten, zumindest in Bezug auf die Kitas, doppelt frech ist, weil diese fast zu 100% aus öffentlichen Geldern, also der allgemeinen Gesellschaft, finanziert werden. Und es geht hier nicht um die Kirchensteuer.

Ich musste das mal loswerden, weil ich gestern wirklich bitter lachen musste, als ich hörte, dass die Menschen, die sich an Kindern vergehen in der katholischen Kirche offensichtlich mehr Schutz bekommen, als jemand, der sich – ganz menschlich – trotz Zölibat verliebt und sich danach sehnt, sein Leben mit demjenigen zu teilen und trotzdem noch ein guter Mitarbeiter ist. Unabhängig davon hat die Kirche es ja lange Zeit geschafft diese Skandale nur halbherzig zu behandeln und sogar die Untersuchungen vorzeitig abzubrechen. Ach, und noch einmal zum Thema ’nicht jeder kennt eine Frau Kuby als Gläubiger‘, das mal in einem Kommentar gefallen ist: Sicherlich handelt und denkt längst nicht jeder Gläubige so krank wie diese Frau oder kennt sie, aber sie hat den offiziellen Segen vom Papst erhalten, genau wie Gloria von Thurn und Taxis – beide sitzen durchaus in erhöhter Frequenz im Fernsehen, nicht nur bei bibel.tv. Der Papst ist der oberste Hirte dieses Vereins und was er sagt, gilt. Danach richten sich eine Vielzahl von Menschen, weil sie es meist nicht anders kennen gelernt haben. Solange der Papst solchen Menschen, wie Kuby & ihre Freunde, in ihrem Wahn zustimmt, hat die katholische Kirche bei mir keinen guten Stand. Es muss sich hier nicht jeder angesprochen fühlen, aber das ist meine Meinung zu dem Ganzen. Der Papst hat die Macht Dinge zu verändern und doch steht er seit Ewigkeiten auf der Stelle und propagiert unnatürliche Verhaltensweisen und bestraft solche, die eigentlich durchaus als ’natürlich‘ zu bezeichnen sind. Dazu gehört auch die Homosexualität und vieles andere. Gleichzeitig hat er die Weisheit und die Unfehlbarkeit mit Löffeln gefressen, ist Gottes Stellvertreter auf Erden und verurteilt alle, die seine angeblich moralischen Werte nicht leben. ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst‘ kann man vielfältig interpretieren..ich sag’s ja nur.

Elende Scheinheiligkeit.

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