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~These are the days it never rains but it pours.~

oh no. don’t say it’s true.

Ich hatte immer Angst vor dieser Schlagzeile. Nun ist sie da. Es mag angesichts der aktuellen Geschehnisse, vor allem in Deutschland, zynisch wirken, dass ich ausgerechnet jetzt wieder schreibe. Aber Bowie war einer der Menschen, auch wenn wir uns nicht persönlich kannten, der mir dieses Leben trotz allem als lebenswert erscheinen ließ. Ich glaube nicht an Gott, aber eigentlich habe ich immer an die Menschheit geglaubt, weil ich wusste, sie konnte so wunderbare Wesen wie Bowie hervorbringen und geschehen lassen.

Sicher, er war nicht Mitte 20 und sein Schicksal ist nicht wie das eines Flüchtlings. Und ja, die humanitäre Katastrophe, die seit Jahren vor sich hin plätschert, macht mich mehr als fassungslos…aber ich für meinen Teil habe mal wieder einen Menschen verloren, der mich indirekt schon mein ganzes Leben begleitet und seit einigen Jahren massiv beeinflusst und mehr und mehr beeindruckt hat. Einer meiner Strohhalme.

Keine Ahnung, wer das hier liest und ob es überhaupt jemanden interessiert. Krebs ist ein Arschloch und spielt in einer Liga mit Nazis. Ich habe auch durchaus meine Meinungen zu den aktuellen Ereignissen, aber bevor ich nicht halbwegs stabil bin (ich weiß, davon rede ich seit Ewigkeiten, aber Zustände kann man nicht unbedingt erzwingen und ich spreche mich gegen ‚Nur glücklich sein führt zu einem erfüllten Leben‘ à la The Secret etc. aus – weil ich es für seelisch ungesund halte), werde ich mich da nicht zum Fraß vorwerfen (lassen). Was ich tatsächlich aktiv tue: Ich überdenke meine menschlichen Beziehungen beinahe minütlich. Differenzieren und Empathie sind nicht jedermanns Sache. Und ich hasse es, wie Themen instrumentalisiert werden. Von allen Seiten. Vielleicht entwickle ich mich doch noch zu Lady Stardust, um dieser Welt und ihrer Gewalt zu entkommen. Ich verstehe, wenn Leute sagen, dass der Tod eine Option ist. Und ich wünschte, ich könnte sagen: It’s just a phase. Aber irgendwie scheint es jeden Tag unwahrscheinlicher zu werden. Und jetzt ist auch noch Bowie tot.

Vermutlich bleibe ich in meinem Herzen aber doch diese hoffnungslos altmodische, naive Romantikerin, die glaubt, dass wir am Ende alle nur dasselbe wollen.

‚Cause love’s such an old-fashioned word.

Ich werde ihn vermissen. So wie ich sie vermisse. Ihre Stimme, ihre Worte, ihre menschliche Wärme. Die Tränen werden noch so manches Mal fließen.

Where are we now?

Ich wünschte, ich hätte ihn nur ein Mal live sehen können. Ein einziges Mal. Vor einigen Tagen hab ich noch gesagt, ich würde all mein Hab und Gut dafür ausgeben, um das tun zu können. Nicht ganz ernst gemeint. Wobei…Vielleicht doch.

Nothing has changed. Everything has changed.

Gänsehaut.

och

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