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Ach du meine Güte!  Ich glaub es nicht! Crazy Shit!!!

Vier Jahre, nachdem ich angekündigt habe, dass ich Kurzgeschichten schreiben will, habe ich vor einer Weile tatsächlich angefangen, zu schreiben. Einige Eckpunkte habe ich schon seit Ewigkeiten im Kopf, weiß aber noch nicht genau, wie das am Ende wirklich alles zusammen kommt. Aus diesem Grund weiß ich genauso wenig wie ihr, wie die Geschichte weitergehen wird. Hier ist ein kleiner Auszug vom Anfang…#nohateplease

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Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Arnold Wendelmuth ging die Treppe im Treppenhaus seines Wohnhauses hoch und setzte den Hut ab. Hatte da jemand einen Wombat vor seiner Wohnungstür abgestellt? Das war ja beinahe ungeheuerlich. Er nahm das kleine Tier hoch und schaute ihm in die Augen. Der Wombat nieste. Da war ein kleines Halstuch um den runden Kopf gewickelt. Herr Wendelmuth drehte den Wombat auf den Kopf, der mit den Füßchen wackelte, und bemerkte einen zusammengefalteten Zettel – es war Karopapier und etwas mit Bleistift darauf geschrieben. Den Wombat drehte er wieder um und klemmte ihn vorsichtig zwischen Ellenbogen und Taille.

      „ICH KENNE IHR GEHEIMNIS!“, schrie ihn jemand in sehr sorgfältigen Großbuchstaben an. Mit ruckartigen Bewegungen schaute sich Herr Wendelmuth um. Niemand zu sehen. Es war kein wirklich schönes Treppenhaus. Eher so, wie man sie aus diesen Bauten aus den 50er Jahren kannte. Über ihm ging es noch zwei Stockwerke hoch und unter ihm wohnten nur noch zwei weitere Parteien. Er lauschte. Nichts. Wie konnte jemand davon erfahren haben? War er nicht vorsichtig genug gewesen? All die Jahre war nichts passiert. Naja, erst einmal die Tür aufschließen und auf vertrautem Terrain in Ruhe nachdenken.

            Seine Wohnung war nicht groß. Herr Wendelmuth tippte auf den Lichtschalter und setzte den Wombat auf der grob gemusterten Auslegeware ab. Ging in die Küche, füllte eine Müslischale mit Wasser und stellte sie dem Wombat vor die Nase. Erst einmal den Mantel ausziehen und den Hut auf die dafür vorgesehene Ablage. Was hatte er übersehen? Ein Gedankenkarussell hatte sich laut quietschend in Gang gesetzt und es schien, als würde jemand laut rufen: „Frisches Hühnerfilet in einem weichen, brötchenartigen Matsch aus Pappmaché! Drei fuffzich!“ Diese Stimme… Ach, das war ja der Hühner-Horst draußen vor dem Fenster! Richtig. Erleichterung. Herr Wendelmuth beobachtete, wie der Wombat durch das Wohnzimmer wanderte und dabei einen kleinen Hocker mit Lederbezug vor sich her schob. Gedankenverloren fragte sich Herr Wendelmuth, wer wohl einen Wombat so bösartig instrumentalisieren konnte. Diesen kleinen Kerl. Er folgte dem Wombat in dessen Tempo und ließ sich anschließend auf sein altes Sofa rutschen, den Kopf nach hinten gelegt, auf die Nackenlehne, in die er schon eine Kuhle hinein gedrückt hatte, in all den Jahren. Wurde eigentlich auch mal wieder Zeit für ein neues Sofa. Mit geschlossenen Augen saß Herr Wendelmuth auf seinem Sofa und hörte den Wombat auf dem Teppich rumoren. Er roch irgendwie ein bisschen streng. Den Zettel hatte Herr Wendelmuth in die Hosentasche gesteckt und zog ihn nun wieder heraus. Auf dem Beistelltischchen aus Walnussholz lag die gute Lupe mit Beleuchtung. Herr Wendelmuth nahm sie in die Hand, knipste das Licht an und betrachtete sich das Blatt Papier von allen Seiten. Gab es Anhaltspunkte? Vielleicht sollte er nach Fingerabdrücken suchen oder nach irgendwelchen anderen Auffälligkeiten. Da sah er es. Diese seltsamen Einkerbungen, die entstehen, wenn man mit einem Kugelschreiber auf ein Blatt schreibt und es sich bis auf die nachfolgenden Seiten in einem Block durchdrückt. Oder war das gar kein Blatt aus einem Block? Der obere Rand des Zettels wies auch keine Gummierung oder andere Perforierungsmerkmale auf. Die feinen, kaum sichtbaren Einkerbungen waren ebenfalls große Druckbuchstaben und es sah aus wie das Wort „LAMA“. An einer anderen Stelle stand von oben nach unten geschrieben „ARTERIE“. Waren das Hinweise?

         Angefangen hatte alles vor ungefähr sechs Jahren. Man muss dazu sagen, dass Arnold Wendelmuth eine äußerliche Merkwürdigkeit besaß. Sein eines Ohr war fast so groß wie eine Aubergine. Also, diese größeren Auberginen. Herr Wendelmuth liebte es, Auberginen anzufassen. Eigentlich hatte ihn das nie so richtig gestört, dass er dieses auffällige Ohr hatte. Das war schon so, seit er denken konnte. Nur die anderen haben immer darauf gezeigt – völlig Fremde, das muss man sich einmal vorstellen! Verstanden hat er das nie. Mysteriös wurde es erst, als er als erwachsener Mann zwischen Weizenfeldern auf einem dieser schmalen Asphaltwege lief, mit den Strommasten um ihn herum. Es war ein ziemlich warmer Tag, der Himmel hatte dieses schöne, satte Blau und plötzlich hörte er jemanden sprechen. Mehrmals drehte er sich um, weil er nicht orten konnte, woher die Geräusche kamen. Als er genauer hinhörte, verstand er einzelne Worte „…nein, ehrlich gesagt, finde ich Bananenkuchen ziemlich eklig. Kotzen muss ich da, verstehst du? Kotzen!“ Was war das?! Und was für ein seltsames Thema? Arnold Wendelmuth musste zugeben, dass er Bananen auch nicht wirklich mochte. Sie waren glibschig und der Geruch verursachte bei ihm ein unangenehmes Gefühl im Bauch. Trotzdem wüsste er nicht, in welchem Zusammenhang er mit irgendeinem anderen Menschen darüber sprechen sollte. Es knackte wieder ein bisschen und er hörte wieder die Stimme, die sich nun darüber ausließ, dass er Weingummi so widerlich fand, dass er überlegte, eine Schleuse vor seiner Wohnungstür einzubauen, durch die jeder hindurch musste, der vorher Weingummi oder ähnliches gegessen hatte. „…alleine der Gedanke daran, dass alle Türklinken mit diesen klebrigen, pekigen Fingern angefasst werden und alles klebt. Jaja, das behaupten sie immer, sie hätten sich die Hände gewaschen..“ Das war eindeutig eine männliche Stimme. Sie kam ihm nicht wirklich bekannt vor, zumindest beim ersten Hinhören nicht. Je nachdem, wo Herr Wendelmuth hinging, wurde die Stimme schwächer oder lauter. Die meiste Zeit ging es um irgendwelche Lebensmittel und wie man die nur essen könne. Auf einmal fiel es Arnold Wendelmuth wie Schuppen von den Augen, woher er die Stimme doch kannte, während er unbewusst darüber nachdachte, was mit Schuppen von den Augen fallen gemeint ist. (Vielleicht wie bei Fischen oder dass die Augen ganz trocken wurden, sodass sie anfingen zu schuppen. Musste er bei Gelegenheit mal Uli fragen.) Die Stimme gehörte niemand anderem als Harry. Er kannte Harry nicht gut, darum war ihm das nicht sofort eingefallen. Harry war Arnolds ehemaliger Schulkamerad und nicht gerade sein bester Freund. Seit Harry ihm nach dem Schwimmunterricht beim Umziehen das Badehandtuch von den Hüften gerissen hatte, und Arnold ihm reflexhaft eine runter haute, war ihm klar geworden, was für eine Type der Harry war. Und jetzt stand er hier, mitten zwischen den Feldern und hörte seine Stimme durch..sein Ohr? Ihm war immer noch nicht ganz klar, von wo die Stimme genau kam, aber als Arnold versuchte, sein kleines Ohr zuzuhalten, hörte er das Rauschen des Windes durch die Felder nicht mehr. Beim Zuhalten des großen Ohres hingegen, konnte er immer noch Harry rufen hören. Das bedeutete, dass die Stimme nicht von außen kommen konnte, sondern irgendwie direkt in Arnold Wendelmuths Kopf war. War das nicht eigentlich ziemlich unmöglich? Arnold schüttelte den Kopf, als hätte er Wasser im Ohr. Nichts. Die Stimme war immer noch da. Nach einiger Zeit und einigen Metern weiter in Richtung Zuhause, merkte Arnold Wendelmuth, dass die Stimme leiser wurde und nur noch zwischendurch auftauchte.

Hier ein Bild vom Wombat (Serviervorschlag):

you are purrfect!.jpg

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